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Zu unserem Artikel: Wer regiert jetzt unser Land?

Zu unserem Artikel: Wer regiert jetzt unser Land?

Angela Merkel hat die Wahl für die angestrebte schwarz-gelbe Koalition verloren - aber nicht allein. Was mag sie bloß getrieben haben den honorigen aber politisch vollkommen unerfahrenen Professor Kirchhof wie ein Kaninchen aus dem Hut zu ziehen? Konnte sie denn nicht erkennen, dass diejenigen, die ihr zunächst zu einem vermeintlich grandiosen Schachzug gratulierten, bereits nach kurzer Zeit die Demontage des designierten Finanzministers betreiben würden? Damit war das Desaster perfekt, denn welcher Wähler kann einem solch heillos zerstrittenen "Kompetenz-Team" wirklich Kompetenz zutrauen, und das auf einem der wichtigsten Felder des Wahlkampfs - Steuern und Finanzen? So kann man denn nur froh sein, dass es so gekommen ist, wie es ist.

Reinhard K. Gehlhaar, Trier

Geht es eigentlich um Schröder oder Merkel - oder um den Wählerwillen? Das Wahlergebnis zeigt zweierlei: Erstens will die Mehrheit keine neoliberale Politik der sozialen Kälte. Zweitens traut sie weder Schröder noch Merkel zu, diesen Wählerwillen umzusetzen. Fazit: Dem Ergebnis des 18. September entspräche eine Rot-Grüne Regierung mit Beteiligung oder Duldung der Linkspartei und einem Kanzler beziehungsweise einer Kanzlerin, der/die das akzeptiert.

Heide Weidemann, Erden

In der Elefantenrunde im Fernsehen hat der amtierende Bundeskanzler vehement und arrogant den Anspruch geltend gemacht, wieder Kanzler zu werden. Er kann mir wirklich leid tun, wenn es ihm mit Tricksen gelingen sollte, denn er müsste sofort seine Gesinnungsgenossen im neuen Bundestag auffordern, wie gehabt einen Misstrauensantrag zu stellen: In der politischen Landschaft hat sich nichts geändert, denn die CDU/CSU hat immer noch die Mehrheit im Bundestag und macht Herrn Schröder nach eigenen Aussagen das Regieren unmöglich.

Rudolf Koch, Gerolstein

Keine Sieger - ein Verlierer und der ist Deutschland! Was wir dringend gebraucht hätten, ist eine klare Entscheidung, doch dazu sind wir offensichtlich nicht fähig. Zukunftsangst und Besitzstandswahrung prägen unsere Zeit. Was jetzt möglicherweise dabei rauskommt, ist ein Bündnis der beiden großen Parteien. Dazu schreibt treffend der amerikanische Journalist und Satiriker Bitter Pierce: Ein politisches Bündnis ist vergleichbar mit zwei Dieben, die ihre Hände so tief in den Taschen des anderen stecken haben, dass sie nicht unabhängig voneinander einen Dritten ausplündern können!

Hermann Cossmann, Kasel

Dieses Wahlergebnis kann man nur als "worst case" für unser Land bezeichnen und die Lösung kann nur Neuwahl lauten. Unser Land benötigt dringend eine starke neue Regierung und nicht ein "Not- oder Zwangsbündnis"!

Edwin Steffen, Wittlich