Zu viel Gelassenheit

32 Schüler des Stefan-Andres-Schulzentrums in Schweich kämpften während und nach der Busfahrt mit Übelkeit und Atembeschwerden und mussten in zwei Krankenhäusern behandelt werden - diese Fakten bringen die Moselbahn in Erklärungsnot.

Vor der Busfahrt ging es den Schülern gut, hinterher brauchten sie Notarzt und Rettungswagen. Folglich ist während der Fahrt mit dem Moselbahn-Bus etwas passiert. Der Verkehrsbetrieb hat zwar sofort reagiert und noch am selben Tag das aus seiner Sicht positive Ergebnis eines Gutachtens präsentiert: Der Wagen sei technisch gesehen vollkommen in Ordnung. Dieses Gutachten beantwortet jedoch nicht die Frage, was genau zwischen Morscheid und Schweich geschehen ist. Die Symptome der Schüler zeigen, dass es sich weder um Einbildung noch um einen dummen Streich handeln kann. Das Gesundheitsamt des Landkreises Trier-Saarburg schließt dauerhafte Gesundheitsschäden aus - zum Glück. Doch beim nächsten Mal könnte ein derartiger Notfall schlimmere Folgen haben, und deshalb darf es kein nächstes Mal geben. Neben einer weiteren Begutachtung des mysteriösen Busses im Auftrag der Staatsanwaltschaft Trier ist das Verhalten des Fahrers entscheidend. Er bemerkt weder die Probleme seiner Fahrgäste, noch bekommt er mit, dass einige den Bus viel zu früh verlassen. Auf den konkreten Hinweis eines Schülers reagiert er mit der Aufforderung, doch einfach die Fenster zu öffnen. Der Fahrer eines Schulbusses braucht zweifellos Gelassenheit, doch solche Gefahren muss er erkennen und die Fahrt sofort unterbrechen. Es ist die Aufgabe seines Arbeitgebers, ihn entsprechend zu sensibilisieren. j.pistorius@volksfreund.de