Zu wenig Busfahrer in der Region Trier, Unternehmen haben Probleme

Kostenpflichtiger Inhalt: Nahverkehr : Busfahrer in der Region Trier verzweifelt gesucht: Neue Linien in Gefahr?

Es gibt zu wenig Busfahrer in der Region. Einige Unternehmen in der Region werben schon Personal aus dem Ausland an, um den Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Die Ausweitung des Angebots führt zu Problemen.

Kurz vor dem Start neuer Buslinien in der Region Trier suchen einige Unternehmen noch händeringend nach Busfahrern. Der Markt sei leer gefegt, heißt es. Ein Unternehmen teilte auf Anfrage des Volksfreunds mit, dass es derzeit noch 40 Busfahrer suche.

Der Mangel an Busfahrern könne dazu führen, dass Busse und Linien ausfallen, sagt Barbara Schwarz, Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT). „Im VRT sind wir zurzeit noch gut aufgestellt, häufige Ausfälle wegen Busfahrermangels sind noch nicht vorgekommen.“

Durch die Ausweitung des Nahverkehrs im nördlichen Rheinland-Pfalz sei es noch schwerer, ausreichend Busfahrer zu finden, sagt Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland in Koblenz. Er berichtet auch davon, dass private Busunternehmen aus anderen Bundesländern gezielt Fahrer etwa aus Rheinland-Pfalz abwerben würden und dafür mit Prämien von bis zu 6000 Euro und Dienstwagen locken würden.

Viele Unternehmen würden daher Fahrer aus dem Ausland anwerben, sagt Bornig. Doch selbst in Osteuropa sei der Markt an geeigneten Busfahrern mittlerweile leer, so Dennis Dacke von der Gewerkschaft Verdi in Rheinland-Pfalz. Er fordert eine bessere Bezahlung der Busfahrer und dass die Unternehmen wieder selbst ausbilden. Ein Busfahrer im Linienverkehr mit elf Jahren Berufserfahrung verdient monatlich brutto 2384 Euro Grundlohn. Hinzu kommen noch Zulagen.

Ohne ausländische Fahrer gehe es nicht mehr, wenn man nicht Gefahr laufen wolle, dass Linienbusse stehen blieben, sagt Rolf Tödtmann, Geschäftsführer bei Rhenus Veniro, zu der auch die Moselbahn gehört. Um ausländische Busfahrer zu beschäftigen, gebe es aber hohe bürokratische Hürden.

Früher habe die Branche auf ausgebildete Kraftfahrer der Bundeswehr zurückgreifen können, sagt Schwarz. „Mit dem Wegfall der Wehrpflicht ist diese Quelle aber versiegt.“ Das Durchschnittsalter von Busfahrern in Deutschland betrage 50 bis 55 Jahre. „Es muss daher dringend für Nachwuchs gesorgt werden“, sagt Schwarz. Der VRT will demnächst aktiv für neue Busfahrer werben. Laut Schwarz soll es eine ähnliche Aktion wie im Verkehrsverbund Rhein-Mosel in Koblenz geben. Der wirbt gezielt hier lebende Flüchtlinge an, um sie zu Busfahrern auszubilden. Zum Teil werden die Kosten von über 10 000 Euro übernommen.

Durch gezielte Werbekampagnen habe man in den vergangenen Monaten 20 zusätzliche Busfahrer einstellen können, heißt es bei den Trierer Stadtwerken. Auch bilde man erstmals wieder Busfahrer aus. Busfahrermangel sei trotz erhöhten Bedarfs kein Thema, sagt Thomas Müller, Chef von Kylltal-Reisen aus Trierweiler, das demnächst den kompletten Linienverkehr in Trier-Land übernehmen wird.

Mehr von Volksfreund