Zusätzliche Hürde

Die Angst geht um im deutschen Profi-Fußball. Spätestens seit den Horror-Meldungen aus Dortmund mit dem Halbjahresminus der Borussen von 29,4 Millionen Euro ist zu befürchten, dass es beim Lizenzierungs-Verfahren der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die eine oder andere böse Überraschung geben wird.

Solide gewirtschaftet hat in den vergangenen Jahren nach dem überstandenen Insolvenzverfahren Eintracht Trier. Nach dem Zweitliga-Aufstieg erzielte der Verein einen sechsstelligen Gewinn - und das, obwohl sich die Eintracht beim Ausbau des Moselstadions und dem Bau der neuen Trainingsplätze finanziell beteiligte. Um so mehr überrascht, dass der Trierer Klub bei einer Analyse des Finanz-Analysten Creditreform auf dem letzten Platz auftaucht - weit hinter Vereinen wie dem 1. FC Kaiserslautern, der für seine jüngsten finanziellen Drahtseilakte bekannt ist, oder dem FSV Mainz. Eine Bürgschaft der Stadt Mainz in Höhe von 4,2 Millionen Euro für den Ausbau des Stadions am Bruchweg sicherte dem FSV zum Beispiel in letzter Minute die Lizenz für die laufende Saison. Das Eintracht-Insolvenzverfahren liegt über vier Jahre zurück, spielt bei der Einstufung aber immer noch eine entscheidende Rolle. Keine Berücksichtigung findet es dagegen bei der Berichterstattung: Ein Kredit dürfte "reine Vertrauenssache" sein, mutmaßt die "Süddeutsche Zeitung". Die Freude der Eintracht über diese zusätzliche Hürde auf dem Weg zur Konsolidierung dürfte mehr als gering ausgefallen sein. s.strohm@volksfreund.de