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Zwang zum Sparen: Bistum will sich notfalls von Kindergärten trennen

Zwang zum Sparen: Bistum will sich notfalls von Kindergärten trennen

Das Bistum wird die Bezuschussung der über 500 katholischen Kindergärten, davon allein 138 in der Region Trier, deutlich kürzen. Kommt es bei den Verhandlungen mit Kommunen zu keiner Einigung, will sich die Kirche notfalls auch von einzelnen Einrichtungen verabschieden.

Unter dem scheidenden Generalvikar Georg Holkenbrink ist ein millionenschweres Sparpaket geschnürt worden, um den defizitären Bistumshaushalt auszugleichen. Nicht zum ersten Mal sind von finanziellen Kürzungen auch die 531 katholischen Kindertageseinrichtungen betroffen. Ab Anfang 2017 wird das Bistum seine Zuschüsse zu den Personal- und Sachkosten um insgesamt 2,55 Millionen Euro kürzen. Das gab Verwaltungschef Georg Holkenbrink nach einem mehrmonatigen sogenannten Klärungsprozess bekannt. Trotz dieses Klärungsprozesses ist aber noch nicht alles klar. Was die Sparbeschlüsse für jede einzelne Einrichtung konkret bedeuten, soll ab Herbst mit den jeweiligen Jugendämtern und Kommunen erörtert werden. Kommt es dabei zu keiner Einigung, will sich die Kirche notfalls auch von einzelnen Kindergärten verabschieden, kündigte Holkenbrink an.
Klar ist: Wenn die Kirche weniger zahlt, kommen auf die Kommunen höhere Kosten zu - etwa 1300 Euro jährlich pro Kindergartengruppe. Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebunds, der Prümer Verbandsbürgermeister Aloysius Söhngen, glaubt, dass in einigen Gemeinderäten dann neu über die Trägerschaft des Kindergartens diskutiert werden könnte. "Es hat schon bei der letzten Kürzungswelle des Bistums Stimmen gegeben, die sagten: Wenn wir ohnehin fast alles bezahlen, dann wollen wir auch bestimmen." Andererseits gebe es auch vielerorts eine über Jahre gewachsene, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Zivil- und Kirchengemeinde.Trotz der Kürzungen will das Bistum laut Generalvikar Georg Holkenbrink auch künftig noch über 30 Millionen Euro jährlich in seine Kindertageseinrichtungen investieren. Auch an den Personalkostensteigerungen werde sich das Bistum beteiligen.