Zwei Konzepte, ein Ziel

Kinder, Familie und Bildung - das sind Themen, die immer "gehen". In Wahlkampfzeiten allemal. Daher wundert es nicht, dass nun die CDU noch vor der heißen Phase des Landtagswahlkampfes ein Konzept aus dem Hut zaubert, sie ist im Zugzwang. Die Landesregierung hat mit ihrem Frühförderprogramm und dem beitragsfreien Kindergartenjahr die Pflöcke tief eingerammt: mehr Bildung im Kindergarten, bessere Vorbereitung auf die Schule. Die CDU will die Kindergärten mehr oder weniger bildungsfrei halten und dafür die Kinder früher in die Schule schicken. Zwei Konzepte, ein Ziel: Kinder sollen besser gefördert und schneller fit gemacht werden für die Schule.Überall in Deutschland entdeckt die Politik das frühe Lernen. Baden-Württemberg hat es mit individueller Frühförderung in den Grundschulen vorgemacht. Experten sprechen von einem Erfolgsmodell: weniger Schulabbrecher, besser motivierte Schüler und Lehrer, bessere Noten. Vieles von dem, was in dem Nachbarland gut läuft, findet sich auch im Böhr-Konzept wieder. Doch stehen dahinter noch zwei große Fragezeichen: die Finanzierbarkeit und der Wahlsieg.

Ein gutes haben aber alle Modelle: Das Thema frühkindliche Bildung rückt in den Mittelpunkt. Grundschulen waren bisher eher das Stiefkind des Bildungswesens. Erst seit Pisa die Politik aufgeschreckt hat, wird langsam erkannt, dass die Grundsteine für bessere Bildung in den ersten Schuljahren gelegt werden müssen. Seitdem wird herumgedoktert. Doch kaum ein Politiker hat bislang den Mut, das komplette Bildungssystem in Frage zu stellen. Es wird nur an Stellschrauben gedreht.

b.wientjes@volksfreund.de