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Zwischen liberaler Talfahrt und grünem Höhenflug

Zwischen liberaler Talfahrt und grünem Höhenflug

Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl geht die Talfahrt der rheinland-pfälzischen Liberalen weiter. Nach der jüngsten Sonntagsfrage muss die FDP sogar um ihren Wiedereinzug in den Mainzer Landtag bangen.

Trier/Mainz. Als unlängst angesichts immer schlechter werdender Umfragewerte die Nervosität in den Reihen der FDP wuchs und erstmals auch Parteichef Guido Westerwelle offen in frage gestellt wurde, gab sich die Hetzerather Landtagsabgeordnete Rita Wagner noch hoffnungsfroh. "Ich habe keine Bedenken, dass die Diskussionen über die FDP auf Bundesebene auch Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz haben", meinte sie seinerzeit. "Wir machen schließlich gute Arbeit."

Gerade einmal vier Wochen später wird die 52-jährige Parlamentarierin Lügen gestraft. Nach einer Umfrage im Auftrag des SWR-Fernsehmagazins "Ländersache" geht der liberale Abwärtstrend im Land munter weiter. Wäre am Sonntag in Rheinland-Pfalz Landtagswahl, würden die Freidemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kämen gerade einmal auf vier Prozent der Wählerstimmen.

"Nicht so gut, oder?!", meint die Eifel-Hunsrücker FDP-Bezirkschefin Nicole Morsblech. Natürlich schwappe der Bundestrend auf Rheinland-Pfalz über. "Wir stehen zwar auch als Landes-FDP hinter der Gesundheitsreform von Philipp Rösler und dem Energiekompromiss", sagt Morsblech, schränkt aber ein: "Damit gewinnen wir keine Fans."

Gewinnen? Das Problem der FDP ist, dass sie derzeit immer mehr an Boden verliert. "Wir kennen diese Stimmungstiefs schon, dürfen uns davon nicht verrückt machen lassen", verteilt die Bezirksvorsitzende verbale Beruhigungspillen und rät zur Genesung: "Den Fokus stärker auf landesspezifische Themen setzen!"

Demgegenüber haben die rheinland-pfälzischen Grünen derzeit ein Luxusproblem: Sie eilen von einem Umfragehoch zum nächsten. Die SWR-Umfrage sieht sie aktuell sogar bei 16 Prozent. Nur zur Erinnerung: Bei der letzten Landtagswahl scheiterten die Grünen mit 4,6 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde, sind seitdem im Mainzer Landtag nicht mehr vertreten.

Ihr Wiedereinzug scheint sicher zu sein, auch wenn die Eifeler Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken mahnt: "Spekulationen, Übermut und Überschätzung sind jetzt fehl am Platz."