Änderung der Buslinien in der Eifel sorgt bei einigen für Ärger. Schüler über eine Stunde unterwegs

Archiv 16. Dezember 2019 : Neue Fahrpläne: Schüler deutlich länger unterwegs – Eltern sauer

Änderung der Buslinien in der Eifel sorgt insbesondere bei Schülern für Ärger – die Fahrtzeit verlängert sich stark. Gerade an der Mosel kommt es gleichzeitig weiter zu Ausfällen. Der Öffentliche Nahverkehr in der Region kämpft mit vielen Problemen.

Viele Eltern sind sauer. Wegen des neuen, seit Montag geltenden Busfahrplans in der Südeifel brauchen ihre Kinder nun deutlich länger bis zur Schule als zuvor. Dort fährt nun für die nächsten zehn Jahre das neue Unternehmen Tempus, eine Tochterfirma des luxemburgischen Bus-Konzerns Emile Weber. Die Betriebsaufnahme sei erfolgreich verlaufen, verkündete Tempus gestern auf seiner Facebook-Seite. Alle Busse hätten pünktlich den Betriebshof in Irrel (Eifelkreis Bitburg-Prüm) verlassen.

Martin Fusenig aus Ralingen-Godendorf (Kreis Trier-Saarburg) beschwert sich darüber, dass seine beiden Kinder statt wie bisher 38 Minuten nun über eine Stunde bis nach Trier brauchen, wo sie aufs Gymnasium gehen. Sie müssten seit dem Fahrplanwechsel bereits um 6.23 Uhr losfahren, damit sie um 7.33 Uhr am Trierer Hauptbahnhof ankämen, um von dort mit dem Bus weiter bis zu ihrer Schule zu fahren. Je nach Schulschluss am Nachmittag kämen sie erst um 17.30 Uhr wieder zu Hause an, 40 Minuten später als bisher.

Kein Einzelfall: Nach einem Aufruf auf der Volksfreund-Facebook-Seite meldeten sich bis gestern zahlreiche Eltern, die sich über den neuen Fahrplan beschwerten. Ihre Tochter sei für knapp fünf Kilometer zur Schule statt bisher zehn nun 45 Minuten unterwegs, schreibt Susanne Bisenius aus Wallendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Andere beschweren sich, dass ihre Kinder nun bis zu zwei Mal umsteigen müssten, statt wie vor dem Fahrplanwechsel direkt mit dem Bus zur Schule zu kommen.

Lediglich für Kindergartenkinder und Grundschüler gelte, dass diese möglichst umstiegsfrei im Bus transportiert werden sollten, sagt Barbara Schwarz. Sie ist Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), der für die neuen Buslinien und Fahrpläne in der Region zuständig ist. Für Schüler ab der fünften Klasse werde ein Umstieg als „unproblematisch“ angesehen. Zwei Umstiege seien vertretbar, „wenn ein weiter entfernter Schulstandort gewählt wird oder ein zeitlicher Vorteil durch die Umstiege entsteht“, so Schwarz. Bei den neuen Fahrplänen und Linien in der gesamten Region sei die Anbindung der Kindergärten und Schulen ein wesentlicher Punkt der Planung. Allerdings werde nun auch stärker der „Jedermannverkehr“ berücksichtigt.

Erstellt werden die Fahrpläne in der Region vom hessischen Unternehmen IGDB. Laut Schwarz wird dazu eine „fachspezifische Planungssoftware“ verwendet. Zudem seien die Mitarbeiter des Verkehrsplanungsbüros vor Inkrafttreten der neuen Fahrpläne mehrmals vor Ort, „um sich die Gegebenheiten anzuschauen“. Bei manchen Linienstrecken würden Probefahrten mit einem Bus gemacht.

Am Wochenende kam es entlang der Mosel erneut zu Busausfällen. Das dort fahrende Unternehmen Moselbahn kämpft seit Monaten mit einem Fahrermangel (der TV berichtete).