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Perseiden: August ist Sternschnuppen-Monat schlechthin - Wann ihr 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachten könnt (Video)

Perseiden : August ist Sternschnuppen-Monat schlechthin - Wann ihr 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachten könnt (Video)

Im August ist was los am Himmel. Nachtschwärmer können Sternschnuppen beobachten. Und heute ist der Höhepunkt. Denn die Erde kreuzt wieder die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle - und der verliert ständig kleine Staubteilchen.

Sternschnuppen kann man - wenn man Glück hat und einen klaren Himmel - das ganze Jahr über immer wieder beobachten. Doch der August ist der Sternschnuppenmonat schlechthin.

Das liegt am Kometen Swift-Tuttle. Jedes Jahr quert die Erde im August seine Bahn. Dann fallen Trümmer des Kometen in die Erdatmosphäre und verglühen. Niemals sonst im Jahresverlauf lässt sich eine so große Menge Sternschnuppen beobachten.

Die Himmelsfunken scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, daher die Bezeichnung Perseiden. Im Volksmund werden sie auch als "Tränen des Laurentius" bezeichnet, weil sie um den Namenstag dieses populären Heiligen am 10. August zu sehen sind.

100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen

Für 2021 prognostizieren Astronomie-Experten eine eher unterdurchschnittliche Ausbeute - bei allerdings sehr guten Beobachtungsbedingungen. Der Höhepunkt des Meteor-Stroms mit etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde erstreckt sich vom 12. August um 16 Uhr bis 13. August um 5 Uhr, schreibt das Portal www.leoniden.net. Die größte Zahl an Sternschnuppen sollte man am späten Abend des 12. August nach Sonnenuntergang bis etwa Mitternacht sehen können. Positiv wirkt sich aus, dass das Licht des Mondes die Sternschnuppennacht diesmal nicht stört. Am 8. August ist Neumond, in den Tagen danach ist der zunehmende Mond noch nicht hell genug, um die Suche nach Sternschnuppen zu beeinträchtigen.

Schon seit Jahrhunderten sind Astronomen und Himmelskundler fasziniert von den Himmelsfunken. Erste Erwähnung fand der Sternschnuppenstrom der Perseiden bereits 36 vor Christus in China. Die Zahl der sichtbaren Sternschnuppen ist nicht in jedem Jahr gleich: Denn Swift-Tuttle umrundet nach Angaben des Bonner Astronomen Michael Geffert in rund 133 Jahren einmal die Sonne. Zuletzt 1992 kam er der Erdatmosphäre besonders nah - das nächste Mal wird das 2126 der Fall sein.

"Laurentius-Tränen" vom Kometen

In Sonnennähe verliert ein Komet bei jedem Umlauf einen Teil seiner Materie. Die Überreste verteilen sich etwa so, als verlöre ein Lastwagen beim Fahren Sand von der Ladefläche. Sternschnuppen treten in der Regel mit 70 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - das sind 216.000 Kilometer pro Stunde. Die kleinen Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe.

Der Begriff "Laurentius-Tränen" leitet sich vom Märtyrer Laurentius her, der am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein soll. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Märtyrer: Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Seitdem gilt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und Fieberleidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Köhler. Außerdem soll er vor den Qualen des Fegefeuers bewahren.

Laurentius ist einer der meistverehrten Heiligen

Realistisch sind Berichte, nach denen Laurentius als einer der sieben Diakone in Rom für die Finanzen und die Armenfürsorge zuständig war. Nachdem Kaiser Valerian von ihm vergeblich die Herausgabe von kirchlichen Gütern verlangt hatte, wurde er hingerichtet. Laurentius wurde zu einem der meistverehrten Heiligen. Über seinem Grab ließ 330 Kaiser Konstantin die Kirche S. Lorenzo fuori le mura errichten. In der Krypta ruhen seine Gebeine zusammen mit denen des Stephanus; die beiden gelten als die Erzmärtyrer.

Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am Laurentiustag 955 verbreitete sich der Kult noch stärker. Das Haupt von Laurentius lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach, nun ruht es im Vatikan. Der Laurentius-Tag erhielt darüber hinaus eine wichtige Bedeutung im Brauchtum. "Laurentiusbrot" wurde gesegnet und an Arme, oft auch an das Vieh, verteilt. "Laurenzilorbeer", die oft meterhohe, gelbblütige Goldrute, gilt als Heilmittel.

Im Bauernkalender ist Laurentius als erster "Herbstbruder" angeführt, der den Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes ankündigt. Dem Laurentiustag wurde auch Bedeutung für die Wettervorhersage zugemessen. "Laurentius im Sonnenschein, / wird der Herbst gesegnet sein", heißt es.