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Coronavirus: Kliniken und Ärzte bereiten sich vor

Coronavirus : Kliniken und Ärzte in der Region bereiten sich auf Ansteckungen vor

Ärzte und Kliniken in der Region bereiten sich auf das neuartige Coronavirus vor. In der Eifel gab es schon einen Verdachtsfall. Am Donnerstag soll der Krisenstab des Eifelkreises Bitburg-Prüm zusammenkommen – rein vorsorglich, wie es heißt.

In der Region werden Vorbereitungen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus getroffen. Bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm kommt erstmals der Krisenstab zusammen. Das geschehe „aus prophylaktischen Gründen“, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Am Mittwochabend wurde erstmals in Rheinland-Pfalz bei einem Patienten das Coronavirus festgestellt. Es handele sich um einen Soldaten, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt werde, teilte die Bundeswehr mit.

Zudem gab es gestern einen neuen Verdachtsfall im Eifelkreis, den mittlerweile dritten. Nähere Angaben zu Ort und Person mache man nicht, um Stigmatisierungen zu vermeiden, hieß es bei der Kreisverwaltung. Bei den beiden anderen Personen war Mitte Februar der Test auf das Coronavirus negativ ausgefallen. Das Ergebnis des neuerlichen Tests erwartet die Kreisverwaltung heute  und will dann umgehend darüber informieren.

Die Gesundheitsämter in der Region haben alle Krankenhäuser, Ärzte und Rettungseinheiten sensibilisiert. Harald Michels, Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, verweist auf den für Influenza (Grippe) geltenden regionalen Pandemieplan,  der auch für das Coronavirus gelte. Sollten mehrere Fälle der Lungenkrankheit in Trier oder Trier-Saarburg auftreten, werde beim Gesundheitsamt ein Lagezentrum errichtet. Dort werde dann auch entschieden, ob Kindergärten und Schulen geschlossen oder Veranstaltungen abgesagt werden. Das, so Michels, sei erst notwendig, wenn es mehrere nachgewiesene Fälle gebe. „Eine generelle Schließung von Kindertagesstätten oder Schulen ist grundsätzlich nicht vorgesehen“, heißt es auch aus der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich.

Betroffene Patienten müssten möglichst schnell isoliert werden, sagt der Trierer Arzt Walter Gradel, Vorsitzender der Bezirksärztekammer. Als Problem bezeichnet er, dass es keine geeigneten Schutzmasken mehr zu kaufen gebe, mit denen Ärzte und Praxispersonal sich bei Bedarf vor einer Ansteckung schützen könnten. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Gesunden nicht, sich vorbeugend mit Atemschutzmasken auszurüsten. Diese schützten nicht zuverlässig vor einer Ansteckung. Stattdessen sollte man vor allem auf seine Handhygiene achten. Wie gefährlich das Virus tatsächlich ist, sei derzeit schwer abzuschätzen, sagte eine Sprecherin des Trierer Brüderkrankenhauses. Die Übertragungswege seien noch immer nicht eindeutig geklärt. Sicher sei derzeit, dass ein höheres Lebensalter und Vorerkrankungen wie Herz- und Lungenleiden sowie eine Immunschwäche Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sind.

Derweil hat die Bundespolizei am Mittwoch in Idar-Oberstein einen Zug angehalten, weil bei einem Insassen Verdacht auf Coronavirus bestand. Am Abend konnte die Bahn ihre Fahrt fortsetzen.

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