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Eine Chronologie - Die Corona-Krise und wie Deutschland darauf reagiert hat

Kostenpflichtiger Inhalt: Virus-Verbreitung : Eine Chronologie - Die Corona-Krise und wie Deutschland darauf reagiert hat

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben das öffentliche Leben in Deutschland fast zwei Monate lang lahmgelegt. Doch die Zahl der Neuinfektionen geht langsam zurück, Politik und Wissenschaft sehen Licht am Ende des Tunnels. Ein Rückblick:

27./28. Januar: Erste bestätigte Infektion in Deutschland. Zwei Wochen später ist der Patient wieder gesund.

25./26. Februar: Erste nachgewiesene Fälle in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Nach und nach folgen weitere Bundesländer, am 10. März meldet Sachsen-Anhalt als letztes Land seinen ersten Fall.

8. März: Es wird bekannt, dass erstmals ein Deutscher im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben ist - ein 60-Jähriger, der nach Ägypten gereist war.

9. März: In NRW gibt es die ersten Todesfälle innerhalb Deutschlands. Die Zahl der Infektionen steigt bundesweit auf mehr als 1000.

10. März: Die Bundesländer folgen der Linie von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Vielerorts werden Events mit mehr als 1000 Menschen abgesagt.

11. März: Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht nun von einer Pandemie. Auch der Bundestag hat seinen ersten Corona-Fall.

12./13. März: Immer mehr Theater und Konzerthäuser stellen den Spielbetrieb ein, Kinostarts werden verschoben. Die Fußball-Bundesliga pausiert.

16. März: An den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz treten Kontrollen und Einreiseverbote in Kraft. In den meisten Bundesländern sind Schulen und Kitas geschlossen.

17. März: Ob Volkswagen, Daimler oder Ford - mehrere Konzerne kündigen an, ihre Fabriken wegen sinkender Nachfrage und Störungen in Lieferketten vorübergehend zu schließen. Nicht-EU-Bürgern wird die Einreise nach Deutschland untersagt.

18. März: In einer TV-Ansprache mahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Solidarität und Disziplin an. Soziale Kontakte müssten minimiert werden.

22. März: Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden im ganzen Land verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Restaurants und Friseure müssen schließen.

27. März: Zwei Tage nach dem Bundestag stimmt auch der Bundesrat Milliardenhilfen für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise zu.

3. April: Forscher melden erste Erfolge im Kampf gegen die Pandemie durch die Einschränkungen und halten Lockerungen nach den Osterferien für denkbar.

9. April: Die Zahlen zur Ausbreitung des Virus gäben «Anlass zu vorsichtiger Hoffnung», sagt Kanzlerin Merkel. Die Schutzregeln könnten aber nur in kleinen Schritten gelockert werden.

13. April: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter Bedingungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise zu öffnen. Zudem sprechen sich Experten für eine Masken-Pflicht in Bus und Bahn aus.

15. April: Der Schulbetrieb soll ab 4. Mai schrittweise aufgenommen werden. Darauf verständigen sich Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder.

16. April: Arbeitnehmer in Deutschland müssen sich auf Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben einstellen. Für die schrittweise Rückkehr zum Arbeitsplatz sollen bundesweit einheitliche Regeln greifen.

20. April: Nach einem Monat Pause dürfen Geschäfte unter 800 Quadratmeter Fläche wieder öffnen. Als erstes Bundesland führt Sachsen Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel ein. Neun Tage später haben alle anderen Länder nachgezogen.

22. April: Das Mainzer Unternehmen Biontech darf einen möglichen Impfstoff erstmals in einer klinischen Studie testen. Erste Daten sollen im Juni vorliegen. Für Arbeitnehmer, Gastronomie und Unternehmen gibt es milliardenschwere Hilfen.

24. April: Gut fünf Wochen nach Beginn einer Rückholaktion der Bundesregierung ist die vorerst letzte Maschine der «Corona-Luftbrücke» in Deutschland gelandet. Um die 240 000 Menschen sind aus verschiedenen Ländern zurückgekehrt.

29. April: Die Bundesregierung verlängert die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Pandemie bis mindestens 14. Juni.

30. April: Bund und Länder einigen sich auf weitere vorsichtige Lockerungen der bundesweiten Schutzmaßnahmen. Sie gelten unter anderem für Spielplätze und Gotteshäuser.

2. Mai: Im Kölner Dom gibt es den ersten öffentlichen Gottesdienst seit dem 14. März. Es gelten strikte Regeln, zugelassen sind nur 122 Teilnehmer.

4./5. Mai: Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wollen noch im Mai die Verbote für Gastronomie und Hotelgewerbe lockern. Bayern und Schleswig-Holstein ziehen nach. Nach rund sechs Wochen bundesweiter Zwangspause können die Menschen wieder zum Friseur.

6. Mai: Die Länder bekommen weitgehende Verantwortung für die Lockerung von Beschränkungen - etwa für Hotels, Gastronomie, Fahrschulen, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Am 16. Mai soll auch die Bundesliga wieder starten - ohne Zuschauer in den Stadien. Die coronabedingten Kontaktbeschränkungen werden grundsätzlich bis 5. Juni verlängert. Allerdings sollen sich künftig auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen.

8. Mai: Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen lassen wegen Häufungen von Infektionen die Belegschaft aller Schlachtbetriebe auf das Coronavirus testen. Die weitreichenden Einreisebeschränkungen in die EU sollten aus Sicht der EU-Kommission um weitere 30 Tage bis zum 15. Juni verlängert werden.

9. Mai: Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 1,10 und damit erstmal seit Tagen auf über 1. Laut RKI kann wegen statistischer Schwankungen noch nicht bewertet werden, ob es zu einem Wiederanstieg der Infektionen kommt. Aus methodischen Gründen bezieht sich der Wert auf Infektionen, die schon vor einer gewissen Zeit stattfanden.