Haumann darf bis 2029 Dehoga-Chef bleiben – Kritiker melden sich zu Wort

Kostenpflichtiger Inhalt: Gastroverband : Haumann darf bis 2029 Dehoga-Chef bleiben – Kritiker melden sich zu Wort

Gericht entscheidet im Amtszeit-Streit zugunsten des 53-jährigen Präsidenten. Kritiker aus der Region Trier wollen das nicht akzeptieren und gegen das Urteil Berufung einlegen.

Der Präsident des rheinland-pfälzischen Gastroverbands Dehoga, Gereon Haumann, darf bis  2029 im Amt bleiben. Das hat am Donnerstag das Bad Kreuznacher Landgericht entschieden. Das Gericht wies die Klage mehrerer Gastronomen und Hoteliers aus der Region Trier ab, die gegen die vorzeitige Amtszeitverlängerung geklagt hatten.

Nach Ansicht der Richter verstießen die Beschlüsse der Dehoga-Delegierten im August 2018 zwar grundsätzlich gegen die Satzung. Trotzdem sei die frühzeitige Amtszeitverlängerung Haumanns in Ordnung gewesen. Allerdings nur, weil es eine Art juristisches Hintertürchen gibt, dank der die in puncto Amtszeit ziemlich eindeutige Dehoga-Satzung bei der Abstimmung quasi beiseite geschoben werden durfte. Um es kurz und unjuristisch auszudrücken: Es ging nur, weil die in der Satzung nicht vorgesehene vorzeitige Verlängerung von einer großen Mehrheit der Delegierten abgesegnet wurde.

Der gebürtige Kölner Gereon Haumann steht seit zehn Jahren an der Spitze des Dehoga-Landesverbands. Im August vergangenen Jahres wurde der Hotelier auf einem Delegiertentag für zusätzliche acht Jahre im Amt bestätigt, obwohl Haumanns Vertrag damals noch drei Jahre lief.

Das sei weder satzungsgemäß noch gerechtfertigt, kritisierten seinerzeit die Chefs von 20 Mitgliedsbetrieben, darunter etliche namhafte Hotels aus der Region Trier. Sie reichten Klage ein mit dem Ziel, dass die vorzeitige Amtszeitverlängerung des 53-jährigen Präsidenten bis zum Jahr 2029 für nichtig erklärt wird.

Für einen der Kläger, den Traben-Trarbacher Hotelier Matthias Ganter, hatte der Streit um die vorzeitige Amtszeitverlängerung ein böses Nachspiel. Ihm wurde von den Dehoga-Verantwortlichen „verbandsschädigendes und unehrenhaftes Verhalten“ vorgeworfen und unterstellt, „bewusst wahrheitswidrige Behauptungen“ über die großzügigen Honorare Haumanns aufgestellt und an die Medien weitergeleitet zu haben.

Im Mai wurde Matthias Ganter nach 27-jähriger Mitgliedschaft aus dem Verband ausgeschlossen. Auch diese Sache beschäftigt inzwischen die Justiz. Ganter hat gegen seinen Ausschluss Klage eingereicht. Um diesen Rauswurf ging es in der Verhandlung am Bad Kreuznacher Landgericht aber nicht. Hier war nur die vorzeitige Amtszeitverlängerung ein Thema.

Die Kläger wollen gegen das Urteil Berufung einlegen, kündigte Ganter im Gespräch mit unserer Zeitung an. Man sei dabei von Justitiaren anderer Verbände bestärkt worden, die ansonsten weitreichende Folgen für das deutsche Vereins- und Verbandsrecht befürchteten.

Dehoga-Präsident Gereon Haumann äußerte sich erfreut darüber, dass der Mitgliederwille vom Gericht bestätigt worden sei. Seine Hand bleibe ausgestreckt, sagte Haumann an die Adresse der Kritiker, der Verband brauche jeden.