Kampagne der Deutschen Umwelthilfe: Abgelaufene Waren essen und fotografieren

Ernährung : Kampagne der Deutschen Umwelthilfe: Abgelaufene Waren essen und fotografieren

Viele Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll. Schuld daran ist laut der deutschen Umwelthilfe auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. Sie ruft nun zu einer Aktion in den Sozialen Netzwerken auf.

Die Deutsche Umwelthilfe und das Bündnis Lebensmittelrettung fordern zum Welternährungstag das Ende der Lebensmittelverschwendung, ein überarbeitetes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und einen Wegwerfstopp für Supermärkte. Verbraucher setzen mit dem Hashtag #notmyMHD ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung.

Zum 40. Jubiläum des Welternährungstags ruft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit dem Bündnis Lebensmittelrettung zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel auf. In Deutschland landen jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne. Zu früh entsorgt würden Lebensmittel häufig aufgrund eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD), so die DHU. Als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung rufen die DUH und das Bündnis Lebensmittelrettung alle Verbraucher auf, zum Welternährungstag verzehrfähige Lebensmittel mit abgelaufenem MHD zu essen und davon Fotos unter dem Hashtag #notmyMHD in den Sozialen Netzwerken zu posten.

Über die Hälfte der Lebensmittelverluste wäre vermeidbar, erklärt die DHU. In Privathaushalten zählten vor allem begrenzte Haltbarkeit, Fehlplanung beim Einkauf oder Kochen zu den Hauptursachen. Viele Verbraucher verließen sich bei der Beurteilung von Lebensmitteln mit abgelaufenem MHD außerdem zu wenig auf ihre eigenen Sinne. Das liege an mangelndem Verständnis, aber auch an der zu geringen Wertschätzung von Lebensmitteln.

Besondere Verantwortung trage jedoch der Handel: Insbesondere hier führe das MHD dazu, dass genießbares Essen im Müll lande. Dabei sei das MHD lediglich ein Qualitätsversprechen nach eigenem Ermessen der Hersteller. Die meisten Produkte wären weit über das MHD hinaus haltbar. Mit über 30 Prozent würden besonders häufig Milchprodukte wegen eines abgelaufenen Datums weggeworfen – über die Hälfte davon ungeöffnet.

Dazu Hanna Legleitner, Bündnis Lebensmittelrettung: „Deshalb fordern wir als Bündnis mehr staatliche Investitionen in die Erforschung des MHDs. Das MHD muss sich an der Verzehrfähigkeit von Lebensmitteln orientieren und darf nicht willkürlich vom Hersteller festgelegt werden. Wir brauchen klare Richtwerte zur Bestimmung des MHDs. Ein Abweichen davon ist dann die Ausnahme.“

Auch die DUH sieht vor allem die Politik in der Verantwortung. Dazu sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Das Ziel Deutschlands, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung zu halbieren, lässt sich durch rein freiwillige Maßnahmen nicht erreichen. Die Bundesregierung muss endlich einen gesetzlichen Wegwerfstopp in Supermärkten, klare Reduktionsziele und verbindliche Dokumentationspflichten für alle Akteure einführen.“

(ots)