Kobra in Herne eingefangen - Tierschützer: Giftschlangen haben nichts im Haus zu suchen (Update)

Kostenpflichtiger Inhalt: Strengere Auflagen gefordert : Verschwundene Kobra in Herne eingefangen - Tierschützer: Giftschlangen haben nichts im Haus zu suchen (Update)

In Rheinland-Pfalz ist es nicht verboten, Giftschlangen zu Hause zu halten. Anders als etwa in anderen Bundesländern. Tierschützer fordern nun aber, dass es strengere Auflagen für die Besitzer gibt.

Update Freitag 18.30 Uhr: Die tagelang gesuchte Giftschlange im nordrhein-westfälischen Herne ist eingefangen. Die Kobra sei unter einer Stufe am Kellereingang gefangen worden, erklärte die Stadt am Freitag. Das Tier war am Nachmittag in einer Kelleröffnung entdeckt worden. Wir haben den Beitrag aktualisiert. (mc)

Der Tierschutzbund Rheinland-Pfalz fordert strengere Auflagen für das Halten von exotischen, giftigen Tieren. „Es ist leichter eine Schlange zu halten, als einen Hund“, sagt Tierschutzbund-Vorsitzender Andreas Lindig. Zwar ist er nicht für ein generelles Verbot der privaten Haltung solcher Tiere. Er sagt aber: „Eine Kobra hat nichts im Haushalt zu suchen.“

Seit Tagen wurde im nordrhein-westfälischen Herne nach einer giftigen Monokelkobra gesucht, die vermutlich aus einem privaten Terrarium entwischt war. Die Giftschlange war am vergangenen Sonntag in einem Treppenhaus einer Wohnanlage gesehen worden und seitdem verschwunden. Am Freitagnachmittag wurde sie schließlich entdeckt und eingefangen.

Lindig fordert, dass die Haltung solcher Tiere an strenge Auflagen gebunden wird, ähnlich wie bei sogenannten Listenhunden, die als besonders gefährlich eingestuft werden. Bei den auch als Kampfhunden bezeichneten Tieren wird von den Haltern unter anderem der Nachweis verlangt, „berechtigtes Interesse an der Haltung eines gefährlichen Hundes“ zu haben und eine Zuverlässigkeitsprüfung, der Halter darf nicht vorbestraft sein. Diese Vorschriften müsse es auch für die Haltung exotischer Tiere geben, verlangt Lindig.

Das Land sieht derzeit keine Möglichkeit, die private Haltung etwa von Giftschlangen oder -Spinnen zu verbieten. Zwar sehe man die Haltung und „den freien, unkontrollierten Handel mit gefährlichen Tieren aus Tierschutzsicht kritisch“, wie eine Sprecherin des zuständigen Umweltministeriums auf Anfrage von volksfreund.de mitteilte. Aber letztlich hätten es die Länder schwer, die „einmal in Verkehr gebrachten gefährlichen Tiere zu überwachen“. Seit 2016 gebe es in Rheinland-Pfalz eine Nachweispflicht für geschützte Tiere, die für den Menschen lebensgefährlich werden könnten. Neben einem Fachkundenachweis für diese Tiere sei zusätzlich eine Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens in Höhe von 500 000 Euro nachzuweisen. „Damit haben die Behörden die Möglichkeit, von der Existenz solcher Tiere in ihrem Zuständigkeitsgebiet zu erfahren und die Halterinnen und Halter zu kontrollieren“, so die Ministeriumssprecherin.

In Hessen und Schleswig-Holstein ist das Halten gefährlicher Tiere in Privatwohnungen verboten.

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