Konzer Politiker wehrt sich gegen Rausschmiss.

Kostenpflichtiger Inhalt: Parteien : Konzer AfD-Mann Ahnemüller zieht gegen Rauswurf vor Gericht

Der Konzer Landtagsabgeordneter Jens Ahnemüller ist jetzt partei- und fraktionslos. Er hofft, nicht für lange.Seine Mandate will der 58-jährige Politiker jedenfalls behalten.

Der Konzer Landtagsabgeordnete Jens Ahnemüller will gegen seinen Rauswurf aus der AfD klagen. Er werde die für ihn „völlig überraschende und unverständliche Entscheidung vor einem ordentlichen Gericht anfechten“, sagte der 58-Jährige unserer Zeitung. Die Vorwürfe gegen ihn seien „an den Haaren herbeigezogen“.

Jens Ahnemüller war wegen seiner angeblichen Kontakte zur rechtsextremen NPD vom Bundesschiedsgericht der Partei aus der AfD ausgeschlossen worden. Er hat nach eigenen Angaben am Dienstag durch eine Email davon erfahren.

Das Landesschiedsgericht hatte im Juli eine Abmahnung gegen den Konzer Politiker aufgehoben und das Parteiausschlussverfahren abgewiesen. Ein Urteil, das die Landespartei nicht akzeptieren wollte. Sie zog dagegen vors Bundesschiedsgericht.

Mit dem Rauswurf verliert Jens Ahnemüller auch seinen Posten als Trier-Saarburger AfD-Vorsitzender. Seine Mandate im Kreistag und im Konzer Stadtrat wolle er behalten – „vorerst auf alle Fälle“, so Ahnemüller. Der Konzer Politiker erhob am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen den neuen AfD-Landesvorsitzenden Michael Frisch, den er als Drahtzieher des jetzigen Rauswurfs vermutet. Vor drei Wochen habe nämlich das Bundesschiedsgericht in der Sache noch einen Vergleich angeregt. „Es sollte eine Einigung zwischen dem Landesvorstand und mir geben.“ Ahnemüller wirft Frisch vor, bis vor kurzem selbst noch einen ehemaligen NPD-Direktkandidaten beschäftigt zu haben. Ein Vorwurf, den der Trierer Politiker auf Anfrage unserer Zeitung zurückwies. Darüber hinaus gebe er aber auch Datenschutzgründen und mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte keine Auskünfte über Mitarbeiter.

Wegen seiner angeblichen Kontakte zum ehemaligen NPD-Landesvize Sascha Wagner hatte vergangenes Jahr auch die Landtagsfraktion Jens Ahnemüller vor die Tür gesetzt. Der Konzer gehört dem Parlament seitdem als fraktionsloser Abgeordneter an – ebenso wie seine Kollegin Gabriele Bublies-Leifert. Sie hatte AfD-Fraktionschef Uwe Junge vorgeworfen, zu wenig für die Aufklärung rechtsextremer Vorwürfe in den eigenen Reihen zu tun und war mit Forderungen nach Junges Abwahl gescheitert.

Nach Angaben Ahnemüllers hat er seit Bekanntwerden des Rauswurfs viele Rückmeldungen von Bürgern bekommen, die ihn dazu aufgefordert hätten, weiterzumachen. Er fühle sich als Stimme des Volkes und sehe seine politische Zukunft immer noch in der AfD.

Unterdessen formieren sich vor dem am Samstag beginnenden AfD-Bundesparteitag die Lager. Nach den Erfolgen bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland will der radikale Flügel seine Machtbasis nun auch in der Gesamtpartei und im Westen vergrößern. Aus Rheinland-Pfalz kandidiert neben Fraktionschef Junge auch die Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst für den Vorstand.