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Nach Amokfahrt in Trier: Vernehmung dauert an - Menschen trauern vor Porta Nigra

Fünf Menschen getötet : Vernehmung des Tatverdächtigen dauert nach Trierer Amokfahrt an

Der mutmaßliche Amokfahrer von Trier soll um die Mittagszeit dem Haftrichter vorgeführt werden. Der 51-Jährige war am Dienstag durch die Trierer Innenstadt gerast und hatte fünf Menschen getötet. Am Vormittag haben Menschen der Opfer bei einer Gedenkveranstaltung vor der Porta Nigra gedacht.

11.30 Uhr: Nach der Amokfahrt von Trier mit fünf Toten und vielen Verletzten dauert die Vernehmung des mutmaßlichen Täters an. „Es ist noch alles im Fluss“, sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Mittwoch volksfreund.de

Über die Inhalte der Vernehmung und Äußerungen des Beschuldigten wollte sich Fritzen zunächst nicht äußern. Der 51-Jährige werde von Beamten der Trierer Mordkommission vernommen. Anschließend soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der 51-jährige Tatverdächtige hatte die Nacht in Polizeigewahrsam verbracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den zum Tatzeitpunkt alkoholisierten Mann wegen mehrfachen Mordes. Laut Fritzen gibt es Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des zuletzt obdachlosen 51-Jährigen. Dies könnte bedeuten, dass der Mann zunächst nicht in Untersuchungshaft kommt, sondern in eine geschlossene Klinik.

Eine Amokfahrt wie in der Trierer Innenstadt lässt sich nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz nur schwer verhindern.

„Wenn das Auto zur Mordwaffe wird, dann ist es schwierig zu sagen als Staat, das können wir zu 100 Prozent unterbinden. Nein, das können wir nicht“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einem Interview im Deutschlandfunk. „Wie wollen Sie etwas verhindern, wenn ein Mensch sich entscheidet, sich ins Auto zu setzen und gezielt Menschen anzugreifen.“

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der 51-jährige mutmaßliche Mann aus Trier-Zewen mit einem PS-starken Geländewagen am frühen Dienstagnachmittag gezielt Menschen in der Trierer Fußgängerzone überfahren. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) war er in der Innenstadt im Zickzack-Kurs mit seinem Wagen unterwegs. Fünf Menschen starben, darunter ein neun Wochen altes Baby. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Rund vier Minuten nach dem ersten Notruf konnten Polizisten den Autofahrer festnehmen.

Bisher ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) kein Bekennerschreiben des Amokfahrers von Trier gefunden worden. Bei der Aufklärung komme es nun auf die Vernehmungen und die Bereitschaft des Tatverdächtigen an, seine Motive offenzulegen, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. Vielleicht mache der 51-Jährige Angaben. „Wir hoffen es.“

Die Innenstadt wurde nach der Tat für die weiteren Ermittlungen weiträumig abgesperrt. In der Nacht waren die Tatortarbeiten dann abgeschlossen, die Fußgängerzone wurde wieder freigegeben.