Pro und Contra: Soll ein Rauchverbot im Auto eingeführt werden?

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Ist es der richtige Weg, ein Rauchverbot im Auto einzuführen? Darüber diskutieren die beiden volksfreund.de-Reporter Florian Schlecht und Christian Thome.

Pro Rauchverbot im Auto: Eigensinnig, unzumutbar und gefährlich“

Wer heute noch genüsslich an der Zigarette zieht, während Kinder oder Schwangere im Auto sitzen, hat in der Schule wohl nicht aufgepasst! Wie schädlich Rauchen ist und welche schlimmen Krankheiten es hervorrufen kann, sollte jedem Laien inzwischen klar sein, weil es deutlich – mit Horrorbildern versehen – auf jeder Zigarettenschachtel steht.

Wer seinem eigenen Körper die Schadstoffe dann noch eintrichtert, setzt seine eigene Gesundheit aufs Spiel. Eigensinnig, unzumutbar und gefährlich ist es aber, Kindern den Risiken auszusetzen, die sich gegen den Qualm nicht wehren können und gesundheitlich anfälliger sind.

Wo andere Menschen gefährdet sind, endet der Spaß – und auch die persönliche Freiheit, auf die sich viele Raucher gerne berufen. Der Bund sollte zusehen, die Vorlage der Länderkammer schnell zu verwandeln und ein Rauchverbot in Autos zu schaffen. Das darf aber nicht alles sein: Es braucht Überlegungen, das Rauchen in geschlossenen Räumen zu verbieten, wenn Kinder vor Ort sind. Und das Land muss ernsthaft überlegen, das Rauchen in allen Kneipen und Gaststätten rigoros zu verbieten.
f.schlecht@volksfreund.de

Kontra Rauchverbot im Auto: Wird dann bald auch meine Wohnung kontrolliert?

Vorweg: Das Rauchverbot in Kneipen und öffentlichen Gebäuden ist absolut richtig und wichtig. Denn hier werden Menschen geschützt, die sich im öffentlichen Raum bewegen und nicht selbst darüber bestimmen können, ob sie passivrauchen.

Ein Rauchverbot in Autos allerdings ist der falsche Weg. Denn hier wird in den privaten Bereich von Menschen eingegriffen. Der Staat kann und darf nicht alles per Gesetz regeln. Natürlich werden dadurch Kinder und schwangere Frauen geschützt. Doch der Schutz von diesen Personen ist Privatsache – besonders bei der Kindererziehung. Eltern müssen selbst wissen, dass sie ihre Kinder schützen müssen.

Es wäre besser, wenn der Staat mit den Eltern zusammenarbeitet und Eltern stärker dafür sensibilisiert, nicht in Gegenwart der Kinder zu rauchen. Denn was ist denn, wenn ich den Glimmstängel nicht im Auto, sondern wenig später in der Küche anstecke, wo die Kinder auch da sind? Wird auch das Rauchen in der Privatwohnung verboten? Das wäre nicht kontrollierbar.

Also: Schutz der Kinder und Schwangeren? Ja! Aber Eingriffe in die Privatsphäre dürfen nicht überhandnehmen.

c.thome@volksfreund.de

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