1. Nachrichten
  2. Topthemen

Silvester 2022: Böllerverbote in einigen Städten - was schon beschlossen ist

Jahresabschluss : Böllerverbot an Silvester 2022 ist in vielen Städten schon beschlossen

Böllern an Silvester: Wie schädlich sind Feuerwerkskörper für Umwelt und Gesundheit?

In diesem Jahr ist zu Silvester wieder alles erlaubt – nur nicht überall. Es wird Böller zu kaufen geben, aber nach den ruhigen Jahreswechseln der letzten Jahre wird die Knallerei vielerorts zurückgedrängt.

Der letzten Jahreswechsel liefen in Deutschland deutlich anders ab als gewohnt. Kein Feuerwerk, keine Böller, kein Krach und kein Staub in der Luft. Die einen haben sich darüber gefreut, weil sie auf die Knallerei zu Silvester gerne verzichten. Für die anderen ist es eine hingegen Tradition, die in diesem Jahr unbedingt zurückkommen soll. Das neue Jahr lautstark zu begrüßen, gehört für manche zur Party dazu.

Kein allgemeines Böllerverbot mehr zu Silvester 2022

Für die Freunde des Feuerwerks gibt es insgesamt gute Nachrichten. Zu Silvester 2022 wird der Verkauf von Feuerwerksartikeln wieder genauso ablaufen können, wie man es einmal gewohnt war. Mit erneuten Versammlungsverboten ist dieses mal nicht zu rechnen. Die Verkaufsverbote für Feuerwerk, die während der Pandemie erlassen wurden, kommen nicht zurück. Damals gab es unter anderem die Befürchtung, Krankenhäuser könnten überlastet werden, wenn die typischen Silvester-Verletzungen in den Notaufnahmen ankommen.

Die Entscheidung über ein Böllerverbot zu Silvester liegt nun nach Auskunft des Bundesumweltministeriums bei den Städten und Landkreisen.

Raketen und Co. sind also frei erhältlich. Allerdings zeichnet sich ab, dass man an weniger Orten mit Pyrotechnik hantieren darf als noch vor einigen Jahren. Bevor man sich für das private Silvester mit Böllern eindeckt, sollte man also prüfen, ob man sie vor der eigenen Haustür überhaupt anzünden darf.

Erste Städte haben sich schon für Böllerverbot entschieden

Noch ist überhaupt nicht klar, wo überall Verbote gelten werden. In einer ganzen Reihe von Großstädten ist aber schon klar, dass es an Silvester 2022 Böllerverbotszonen geben soll. Entsprechende Verbote in einzelnen Stadtteilen sind unter anderem in Berlin, Köln, Düsseldorf, Bielefeld, München, Nürnberg und Regensburg geplant. In anderen Städten wie Hamburg und Frankfurt am Main ist noch keine Entscheidung gefallen.

Der Trend hin zum verstärkten Böllerverbot deutet sich zwar an, gilt an Silvester 2022 aber auch nicht überall. So haben beispielsweise Chemnitz und Potsdam bereits erklärt, dass es keine Verbotszonen geben soll. Auch sind die geplanten Verbote noch nicht zwangsläufig beschlossen und Änderungen sind demnach möglich.

Manche Orte sind immer eine Böllerverbotszone – auch an Silvester 2022

Wenn sich eine Stadt gegen Böllerverbotszonen entscheidet, ist das übrigens kein Freifahrtschein, um überall Feuerwerke abzubrennen. In der ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz heißt es: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist verboten.“ Diese allgemeine Beschränkung gilt auch an Silvester überall.

Abgesehen davon gibt es nur zwei Tage im Jahr, an denen Personen ab 18 Jahre ohne besondere Erlaubnis ein Feuerwerk veranstalten dürfen. Das sind der 31. Dezember und der 1. Januar. An allen anderen Tagen ist es verboten, ohne Erlaubnis pyrotechnische Gegenstände abzubrennen, die zur Verwendung im Freien vorgesehen sind.

Wer unterstützt die Forderung nach einem Böllerverbot?

Das Böllerverbot zu Silvester wird von unterschiedlichen Interessenvertretern befürwortet. „Aus lungenfachärztlicher Sicht ist das uneingeschränkt zu unterstützen“, sagt Martina Wenker, Präsidentin der Landesärztekammer Niedersachsen. Die Behörden sollten „den Fokus stärker auf die negativen Folgen der Feinstaubbelastung richten, die durch Böller entstehen. Die Atemwege der Menschen leiden darunter ebenso wie Umwelt und Klima.“

Unterstützung für ein Böllerverbot kommt auch von der Gewerkschaft der Polizei. Die Maßnahme sei für viele vielleicht schmerzhaft, aber sinnvoll, sagt der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke. Argumente dagegen seien unter anderem die Schadstoffproduktion, der anfallende Müll, das hohe Unfallrisiko vor allem unter Alkoholeinfluss, die Böller- und Raketenangriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter sowie die Sachbeschädigungen.

(mit Material von DPA)