Tipps rund um die Raupe, die in diesem Sommer Forstleute und Hobbygärtner in Atem hält.

Fragen & Antworten Eichenprozessionsspinner : Abstand halten und nicht einfach anfassen!

Tipps rund um die Raupe, die in diesem Sommer Forstleute und Hobbygärtner in Atem hält. Kontakte sollte man an Behörden melden.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind vielerorts inzwischen eine echte Plage (der TV berichtete mehrfach und tut dies heute auch im Lokalteil dieser Ausgabe). Und anders als bei vielen Schädlingen stören sich daran nicht nur Land- und Forstwirte oder Hobbygärtner. Denn die giftigen Haare der Tiere sind gefährlich für den Menschen. Die wichtigsten Tipps dazu hier noch einmal im Überblick:

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Ein nachtaktiver Schmetterling. Ein Problem sind vor allem seine Raupen, wie das Umweltbundesamt erklärt: Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie sogenannte Brennhaare, die beim Menschen gesundheitliche Probleme verursachen können. Häufig treten juckende Hautreizungen auf, die oft mehrere Tage bestehen bleiben, auch Reizungen der Atemwege und Augen kommen vor. In seltenen Fällen kann der Kontakt mit den Brennhaaren allergische Schocks und Symptome wie Fieber auslösen.

Wo tritt der Eichenprozessionsspinner auf?

Jahrelang gab es ihn nur in manchen Regionen, inzwischen ist er nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) aber bundesweit anzutreffen. Bevorzugt befallen die Raupen ältere Eichen, die viel Sonne abbekommen, also vor allem solche, die zum Beispiel an Waldrändern, an Wegen oder in Siedlungen stehen. Die Raupen sammeln sich in Baumkronen, Astgabeln und am Stamm. Dort bilden sie auch sogenannte Gespinstnester, in denen sich die Raupen schließlich verpuppen.

Und wenn der Eichenprozessionsspinner in meinem Garten ist?

Vor allem: Nicht anfassen, ganz egal ob es sich um lebende Tiere oder alte Gespinstnester handelt. Denn auch die können dem Menschen noch gefährlich werden. Wer Eichenprozessionsspinner im eigenen Garten findet, sollte die Bekämpfung laut Mainzer Innenministerium von Fachleuten (Schädlingsbekämpfer oder Baumpfleger) erledigen lassen, da die Brennhaare leicht aufgewirbelt werden können und so Verletzungsgefahr für alle im Umfeld besteht. Die Kosten trägt der Eigentümer selbst. Eine Meldepflicht besteht für Privatpersonen nicht.

Was tun bei gesundheitlichen Problemen?

Die sind trotz aller Vorsicht nicht ausgeschlossen: Laut SDW kann der Wind die giftigen Haare bis zu 300 Meter weit tragen. Folgende Maßnahmen empfiehlt der Bürgerservice des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, wenn es zum Kontakt mit den Eichenprozessionsspinnern gekommen ist: Bei schweren allergischen Reaktionen mit Atemnot sollte sofort der Rettungsdienst gerufen werden! Ansonsten: den Juckreiz mit kaltem Wasser mildern, Augen gründlich mit sauberem Wasser spülen (aber nicht reiben, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Brennhärchen mit ihren Widerhaken in der Hornhaut festsetzen), zeitnah duschen, Haare waschen und die Kleidung wechseln. Die gesamte Kleidung anschließend bei 60 Grad waschen und kontaminierte Schuhe und Kleidung möglichst nicht in den Wohnbereich bringen. Bei stärkeren gesundheitlichen Problemen sollte man zum Arzt gehen.

(dpa)
Mehr von Volksfreund