Übernahme von Inexio durch EQT steht - Zimmer hat große Pläne

Glasfaserausbau : Milliarden-Deal bei Saarlouiser Firma Inexio steht

Mit dem neuen Investor EQT an der Seite hat sich Inexio viel vorgenommen. Dabei geht es um Milliarden und einen großen Wandel im Saarlouiser Unternehmen.

Der wohl größte Firmenverkauf in der saarländischen Geschichte ist abgeschlossen. Das Saarlouiser Glasfaser- und Telekommunikationsunternehmen Inexio hat einen neuen Eigner. Die schwedische Investmentgesellschaft EQT hält jetzt 90 Prozent der Anteile, die übrigen zehn Prozent bleiben in der Hand der Geschäftsführer David Zimmer und Christoph Staudt.

Der Kaufpreis soll nach Informationen der Saarbrücker Zeitung rund eine Milliarde Euro betragen. Offiziell äußern sich weder Inexio noch EQT zu der Summe. Nur so viel: In der vergangenen Woche sei der Kaufpreis an die bisherigen Haupteigentümer Warburg Pincus und Deutsche Beteiligungs AG überwiesen worden. Das Bundeskartellamt habe schon zuvor dem Deal zugestimmt, sagte Matthias Fackler, Partner bei EQT Partners. „Jetzt können wir loslegen.“

Und Loslegen bedeute, aus dem mittelgroßen Unternehmen Inexio ein ganz großes zu machen, sagt Fackler. Ziel ist nämlich, bis 2030 eine Million Kunden zu haben. Gegenwärtig sind es laut Zimmer knapp 120 000. Fünf Milliarden Euro will Inexio in den Glasfaserausbau stecken. Zusammen mit EQT und Banken seien die geplanten Investitionen für die kommenden Jahre durchfinanziert, sagt Zimmer: eine Milliarde von Banken im ersten Schritt, außerdem eine Option auf weitere 650 Millionen Euro, dazu Eigenkapital, bereitgestellt von EQT im Umfang von etwa 30 Prozent des Fremdkapitals. „Hinter das Thema Finanzierung können wir einen Haken machen“, ist sich Zimmer sicher.

Finanzieren ist aber nur ein Schritt, der nächste ist das tatsächliche Bauen der Glasfaserleitungen. „Das ist eine Riesenmaschine, die da funktionieren muss“, sagt Fackler. Die Firma muss sich nun so entwickeln, dass sie Bauprojekte in einem viel größeren Umfang organisiert und bewältigt als bisher. „Wir haben letztes Jahr 60 Millionen Euro investiert, wir wollen das jetzt hochfahren auf Summen zwischen 400 und 600 Millionen Euro“, sagt Zimmer.

Dafür braucht das Unternehmen vor allem viele neue Mitarbeiter. „Die Hauptherausforderung ist, für das Wachstum die Organisation zu skalieren und die Mannschaft auf etwa das Vierfache aufzublasen.“ Zurzeit hat das Unternehmen rund 400 Beschäftigte, künftig sollen es 1500 sein. Gebraucht würden vor allem Bauingenieure, Projektleiter, Vertriebsmitarbeiter und Glasfasertechniker, sagt Zimmer. Der Schwerpunkt des Netzausbaus soll in Südwest- und Süddeutschland liegen – dort, wo Inexio schon heute stark vertreten ist.

Außerdem wächst die Zentrale in Saarlouis. Dafür ist ein Neubau geplant. Zur kalkulierten Bausumme will Zimmer keine Zahlen nennen. Im September standen Zahlen von 70 bis 80 Millionen Euro im Raum. Derzeit läuft bereits der Abriss eines alten Gebäudes, im Frühjahr soll dann an der Stelle der Bau einer Halle für die Techniker beginnen. Klar ist: Wie groß auch immer Inexio wird, „die Zentrale bleibt in Saarlouis“, sagt Zimmer.