Verdacht gegen mutmaßlichen Todespfleger aus dem Saarland besteht schon länger

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Bereits als der Pfleger, der fünf Patienten im Saarland ermordet haben soll, als falscher Notarzt im Saarburger Krankenhaus aufgetaucht war, gab es erste Hinweise auf mögliche Straftaten.

Als der Krankenpfleger aus dem Saarland sich im Juni vor drei Jahren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Saarburger Krankenhaus als Notarzt ausgegeben hatte, hat wohl bereits der Verdacht gegen ihn bestanden, dass er Patienten zu hohen Dosen Schlafmittel verabreicht haben könnte. Die Saarland Heilstätten GmbH (SHG), die Träger des Krankenhauses im saarländischen Völklingen ist, in dem der Mann bis Mai 2016 arbeitete, teilte volksfreund.de mit, dass die Polizei kurz nach der vorläufigen Festnahme des Pflegers in Saarburg die SHG darüber informiert habe, dass es Vorermittlungen im Zusammenhang mit der Gabe von Medikamenten gegen den aus dem Saarland gebe.

Der Pfleger war von Januar 2015 bis April 2016 als Gesundheits- und Krankenpfleger der operativen Intensivstation in den SHG-Kliniken Völklingen beschäftigt. Die mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen März 2015 und März 2016 ereignet haben.

Als einer der Gründe warum die Klinikleitung dem Mann im März 2016 kündigte, wird von der SHG genannt, dass es auch um das Verhalten gegenüber Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Reanimationen gegangen sei.

Als er im Juni an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in voller Arztmontur auf der Intensivstation des Saarburger Krankenhauses auftauchte, um angeblich Patienten, die es aber gar nicht gab, in die Uniklinik Homburg zu verlegen, war der Mann laut Saarbrücker Staatsanwaltschaft als Pfleger in der Klinik beschäftigt. Unklar ist immer noch, warum er in das Saarburger Krankenhaus gekommen war. Laut Staatsanwaltschaft habe der Pfleger damals gesagt, er müsse an einem Patienten eine besondere Untersuchung durchführen. Ein Sprecher des Kreises Trier-Saarburg, der Träger des Saarburger Krankenhauses ist, versicherte am Freitag gegenüber volksfreund.de, dass es in beiden Fällen keinen Patientenkontakt gegeben habe.

Bereits kurz nach den beiden Vorfällen in Saarburg bestand der Verdacht, dass der Pfleger Patienten hohe Dosen an Schlafmittel verabreicht haben könnte, die tödlich sein könnten. Es wurde vermutet, dass er sich als Retter aufspielen wollte. Die BILD-Zeitung berichtete damals, dass Kollegen sagten, dass es Auffälligkeiten bei den Schichten des Mannes gab.

Zur Kündigung führte laut eines Sprechers der SHG, dass dem Pfleger ein illoyales Verhalten gegenüber seinem Arbeitgeber vorgeworfen worden sei. Was damit konkret gemeint ist, führt die SHG nicht näher aus. Vom Verdacht von Straftaten gegen den Beschuldigten habe man erstmals nach der vom Arbeitsgericht endgültig bestätigten Kündigung des Pflegers im Juni 2016 von der Kriminalpolizei erfahren. Die Ermittlungen hätten den Verdacht des Missbrauchs von Titeln betroffen. Dem Beschuldigten sei vorgeworfen worden, sich als Arzt ausgegeben zu haben.

Im Juli 2016 habe es erste Berichte über den Verdacht möglicher Straftaten im Zusammenhang mit der Gabe von Medikamenten gegeben. Dabei, so die SHG, hieß es, es gehe um den „Verdacht der gefährlichen Körperverletzung durch etwaige Unregelmäßigkeiten bei der Medikamentenverabreichung“. Die SHG habe seitdem mit den Ermittlern zusammengearbeitet. „Die SHG-Kliniken erteilten sämtliche Auskünfte, die den Ermittlungsbehörden zur Aufklärung des Sachverhalts erforderlich erschienen und sicherten eine Unterstützung der Ermittlungen zu jedweder Zeit zu, ohne dass bekannt wurde, ob und welcher Verdacht sich gegen den Beschuldigten konkretisieren ließ“, so ein SHG-Sprecher.

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