Vereine und Kirchen hoffen auf Spenden zur Weihnachtszeit

Volksfreund-Aktion „Meine Hilfe zählt“ : Vereine und Kirchen hoffen auf Spenden zur Weihnachtszeit

Im Dezember geben die Menschen mehr als in allen anderen Monaten. Bei der Volksfreund-Aktion „Meine Hilfe zählt“ geht es um Projekte in der Region.

Der Weihnachtsmarkt in Trier ist bereits eröffnet. In der täglichen Post nimmt die Zahl der Briefe zu, in denen Hilfsorganisationen um Unterstützung bitten. Die großen Weihnachtsaktionen der beiden großen Kirchen werden am Sonntag eröffnet. Vor dem Weihnachtsfest setzen gemeinnützige Organisationen auf die gesteigerte Spendenbereitschaft der Menschen.

„Auch wenn die Zahl der Armen weltweit sinken mag, die Bekämpfung von Armut bleibt eine unserer größten Herausforderungen“, sagt Pfarrer Christian Hartl. Der Sprecher des Verbunds der katholischen Hilfswerke Misereor, Adveniat, Renovabis, Missio Aachen und München, Caritas International und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ (Marmick) nennt die Zahl der Notleidenden: „702 Millionen Menschen weltweit leben am Existenzminimum. Das bedeutet, dass es rund zehn Prozent der Menschheit am Lebensnotwendigsten mangelt. Sie leiden an Hunger und Durst, haben kein Dach über dem Kopf, ihre Gesundheit ist beeinträchtigt, ihre Chancen auf den Erwerb von Bildung sind schlecht und sie sind gesellschaftlich ausgegrenzt.“

Besonders die Menschen in Lateinamerika und der Karibik hat die Adveniat-Weihnachtsaktion im Blick, die am 1. Advent im Erzbistum Freiburg eröffnet wird. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist dafür bestimmt. Auch die traditionelle Weihnachtsaktion „Brot für die Welt“ der Evangelischen Kirche startet am Sonntag. Mit dem gespendeten Geld unterstützt die Hilfsorganisation seit mittlerweile 61 Jahren Projekte und Menschen in 78 Ländern.

Foto: TV

Hier findet ihr alle Infos zu den Hilfsprojekten von „Meine Hilfe zählt“

Mit seiner Aktion „Meine Hilfe zählt“ unterstützt der Trierische Volksfreund seit mittlerweile neun Jahren Menschen in der Region und Initiativen aus der Region. Insgesamt 393 Projekte haben unsere Leserinnen und Leser mit einer Gesamtspendensumme von fast 2,3 Millionen Euro möglich gemacht. „Wir freuen uns, dass ,Meine Hilfe zählt‘ dank unserer Leserinnen und Leser seit Jahren ein riesiger Erfolg ist“, sagt TV-Chefredakteur Thomas Roth. „Gerne tragen wir dazu unseren Teil bei, damit tolle Hilfsprojekte in und aus unserer Region umgesetzt werden können.“

Wie an jedem Mittwoch, so stellen wir auch heute eines der aktuell 61 laufenden Projekte vor. „Wir bieten im Jugendzentrum Mergener Hof in Trier Kindern und Jugendlichen einen betreuten Mittagstisch, an dem sie täglich eine warme Mahlzeit in familienähnlicher Atmosphäre genießen können“, sagt Hausleiter Kai Wichmann. „Wir haben in den vergangenen Monaten beobachtet, dass sich immer mehr Kinder aus Familien die knapp über dem Existenzminimum leben, den Beitrag von 3,70 Euro nicht mehr leisten können. Die Folgen sind fatal, die Konzentration der Kinder nimmt ab, sie zeigen Mangelerscheinungen und andere gesundheitliche Folgen.“ Für 148 Euro könne ein Kind zwei Monate lang täglich eine ausgewogene Mahlzeit erhalten.

Ein solcher Betrag erscheint klein angesichts eines bundesweiten Spendenvolumens von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2018. Auf eine ähnliche Summe hofft der Deutsche Spendenrat auch in diesem Jahr. Ob sich diese Erwartung erfüllt, wird erst Ende Dezember feststehen, dem mit Abstand wichtigsten Spendenmonat.

Das gilt auch für die kirchlichen Aktionen im Bistum Trier. Das Gesamtvolumen sei mit jeweils einer Million Euro in den vergangenen Jahren konstant geblieben, bilanziert eine Sprecherin des Bistum. „Nach wie vor hält die Bereitschaft der Gläubigen im Bistum Trier, sich mit armen und bedürftigen Menschen weltweit und auch hier bei im Bistum solidarisch zu zeigen, unvermindert groß ist.“ Die nächste große Kollekte, um die Bischof Ackermann und alle deutschen Bischöfe in den Weihnachtsgottesdiensten bitte, sei zum Beispiel für das katholische Hilfswerk Adveniat.