1. Nachrichten

Wachstumsregion Eifelkreis/Trier: großer Wohnungsmarkt und teure Immobilien

Immobilien : Boomregion Eifelkreis: Mehr Häuser und Wohnungen, aber auch immer teurere Immobilien

Die Region Trier ist landesweit eine der größten Wachstumsregionen. Was sich aus der Wohnungsmarktbeobachtung herauslesen lässt.

Ob zur Miete oder in der eigenen Immobilie: Wohnen wird immer teurer. Teilweise sogar massiv, wie die aktuelle Wohnungsmarktbeobachtung von Land, Statistischem Landesamt und Investitions- und Strukturbank (ISB) ergibt: So sind landesweit im ersten Halbjahr 2022 die Mieten im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 8,54 Euro je Quadratmeter gestiegen. Beim Kauf einer Eigentumswohnung muss man inzwischen 8,4 Prozent mehr berappen, bei Ein- oder Zweifamilienhäuser binnen Jahresfrist mit 2.170 Euro je Quadratmeter sogar 13 Prozent mehr. Die Details für die Region.

GENEHMIGUNGEN: BOOMREGION EIFEL

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm gehört gleich mehrfach in die Kategorie Boomregion. Warum? Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind im vergangenen Jahr mit 8,7 Wohnungen je 1000 Einwohner landesweit gesehen dort die meisten Baugenehmigungen erteilt worden. „Der Eifelkreis führt die Rangliste der Genehmigungen an“, heißt es in dem Bericht.

Im Zehn-Jahresvergleich bis 2010 zurück ist dies jedoch nur die zweithöchste Steigerungsrate. Insgesamt hat hier die Stadt Trier mit fast einer Verdopplung der Baugenehmigungen die Nase vorn. Bei den Landkreisen weist die Vulkaneifel mit plus 65,8 Prozent das höchste Wachstum seit zehn Jahren auf. Im Kontrast dazu: Der Landkreis Trier-Saarburg liegt im Jahresvergleich zwar bei 5,8 Wohnungen je 1000 Einwohner, im Zehn-Jahresvergleich bis 2010 liegt das Wachstum allerdings nur bei 7,4 Prozent.

Insgesamt hat sich Wohnungsraumversorgung in Rheinland-Pfalz weiter verbessert, da mit 18.904 genehmigten Wohnungen so viele Baugenehmigungen erteilt wurden wie noch nie seit 20 Jahren, vor allem im Mehrfamilienhausbau (plus 250 Prozent).

RÜCKSTAND IN DER STADT TRIER, AUFHOLJAGD AUF DEM LAND

Allerdings folgt einer Baugenehmigung noch kein tatsächlicher Bau. Und so liegt seit 2010 die Zahl der Baugenehmigungen weit über der Zahl der Fertigstellungen: Gut 40.300 Wohnungen sind demnach zwar bislang landesweit bewilligt, aber noch nicht gebaut worden. Laut dem Statistischen Landesamt und der ISB ist dafür „nicht zuletzt der Fachkräftemangel verantwortlich, der sich auch in der Baubranche immer stärker bemerkbar macht“, heißt es.

Negativer Spitzenreiter in der Region ist dabei die Stadt Trier, die zwar die Zahl ihrer Baugenehmigung in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt konnte, deren fertiggestellte Wohnungen im Zehn-Jahresvergleich jedoch um fast 46 Prozent zurückgegangen sind. Spitzenreiter regionweit ist hier der Vulkaneifelkreis, der nicht nur rund 66 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt hat, sondern auch die Fertigstellung seiner Immobilien mehr als verdoppeln konnte.

In der sogenannten Baufertigstellungsintensität liegen hier die beiden Eifeler Landkreise landesweit im Vergleich zum Vorjahr nach Cochem-Zell an der Spitze. Hier gibt es demnach einen regelrechten Bauboom: Vor allem der Eifelkreis Bitburg-Prüm „weist seit mehr als zehn Jahren eine überdurchschnittliche Bauintensität auf“, befinden die Statistiker.

WACHSTUMSREGION AN DER GRENZE

Da sich die Bautätigkeit stark an der Bevölkerungsentwicklung orientiert, ist es spannend zu sehen, das Landesregierung, Statistisches Landesamt und ISB die Region Trier neben der Rheinschiene zwischen Ludwigshafen und Mainz als DAS Wachstumszentrum im Westen angesehen wird, vor allem „die Stadt Trier (plus 1,8 Prozent) und die beiden an das Großherzogtum Luxemburg grenzenden Landkreise Trier-Saarburg (plus 4,9 Prozent) und Eifelkreis Bitburg-Prüm (plus 4,6 Prozent)“, heißt es in dem Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung. Dies ist umso erstaunlicher, als die Statistiker generell eher die kreisfreien Städte denn die Landkreise als wachsende Wohnareale ansehen. Bestätigt sehen sie dies in der Prognose für den Vulkaneifelkreis mit einem Bevölkerungsrückgang von 3,3 Prozent.

HOHE MIETSTEIGERUNG IN DER EIFEL

Schaut man sich nun die Preise an, so liegt die Stadt Trier mit Stand jetzt bei den Wohnungsmieten in den kreisfreien Städten nach Mainz gemeinsam mit Speyer auf Platz zwei. Zehn Euro muss man im Schnitt pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen – ein Wachstum im Zehn-Jahresvergleich um 4,6 Prozent.

Beim Blick in die Region verzeichnet der Eifelkreis Bitburg-Prüm die „mit Abstand höchste Steigerungsrate“, so der jüngste Bericht: Plus 15 Euro auf 8,25 Euro je Quadratmeter innerhalb eines Jahrzehnts. Im Vergleich dazu sind die Preiserhöhungen in der übrigen Region mit plus vier Prozent in Bernkastel-Wittlich und 4,6 Prozent jeweils in der Vulkaneifel und in Trier-Saarburg vergleichsweise moderat.

ENORMES PREISPLUS BEI EIGENTUM

Wer dagegen kaufen will, muss sein Sparschwein gut gefüllt haben, denn die Preissteigerung ist teils enorm. Wer heute eine Eigentumswohnung in der Stadt Trier kaufen will, muss dafür je Quadratmeter 3.984 Euro hinblättern, im Zehn-Jahresvergleich ein Plus von 1.523 Euro (61,9 Prozent). In ähnliche Höhen sind inzwischen auch die Quadratmeterpreise in den Landkreisen geklettert: Eifelkreis Bitburg-Prüm 3.619 Euro (plus 72,3 Prozent), 3.558 Euro Trier-Saarburg (plus 67,5 Prozent), Bernkastel-Wittlich 3.450 Euro (plus 72,3 Prozent), Vulkaneifelkreis 1.835 Euro (plus 81,2 Prozent).

Im Ein- und Zweifamilienhaus sehen die Zahlen ähnlich aus, wenn auch nicht ganz so drastisch bei den Zuwächsen. In der Stadt Trier zahlt man im Haus einen Quadratmeter im Schnitt mit 3.065 Euro (plus 68,5 Prozent seit 2012), in Trier-Saarburg 2.257 Euro (plus 53,4 Prozent), Vulkaneifelkreis 1.738 Euro (plus 86,3 Prozent), Eifelkreis Bitburg-Prüm 1.691 Euro (plus 60,5 Prozent) und Bernkastel-Wittlich 1.389 Euro (plus 64,7 Prozent).

*Diese Version ist erweitert und um aktuelle Zahlen angepasst.