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Festnahmen
„Welt“: Polizei verhindert Anschlag bei Berliner Halbmarathon - Mehrere Festnahmen

FOTO: Paul Zinken / dpa
Berlin. Die Berliner Polizei hat nach dem Ende des Halbmarathons in der Hauptstadt die Festnahme mehrerer Verdächtiger bestätigt. Vor der Sportveranstaltung habe es "vereinzelte Hinweise darauf gegeben, dass die Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sein könnten", erklärte die Polizei am späten Sonntagnachmittag.

Von einem Terrorverdacht war in der Mitteilung zunächst nicht die Rede. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ gehört der Verdächtige zum privaten Umfeld des Terroristen Anis Amri, der den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 verübt hatte.

Eine der jetzt durchsuchten Wohnungen in der City West war dem Blatt zufolge auch nach dem Anschlag durchsucht worden. Im Keller der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des am Sonntag überwältigten Hauptverdächtigen schlugen den Informationen zufolge speziell auf Sprengstoff trainierte Hunde an. Dazu zitiert die Zeitung einen «ranghohen Polizeiführer» mit den Worten: «Wir werten noch aus. Aber das war wahrscheinlich knapp.»

Der Hauptverdächtige soll zwei extra scharf geschliffene Messer besessen haben. Eine konkrete Gefahr habe jedoch insofern nicht bestanden, als der Mann schon seit Längerem von den Sicherheitskräften beobachtet worden sei, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es Festnahmen im Zusammenhang mit dem Halbmarathongegeben habe. Das Verfahren liege bei der Staatsanwaltschaft.

Nach dem tödlichen Zwischenfall in Münster hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Samstag angekündigt, dass die Polizei noch einmal die schon «extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen» für den Halbmarathonam Sonntag überprüfen werde. Laut Polizei bestand keine konkrete Gefährdung. Sie wollte mit 630 Beamten im Einsatz sein, um die Strecke abzusperren und zu sichern.

(dpa)