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Winzer an der Mosel haben bei minus sieben Grad Eiswein gelesen

Eiswein : Moselwinzer ernten frostige Raritäten

Die Weinlese des Jahrgangs 2020 ist erst jetzt offiziell abgeschlossen: In klirrender Kälte ernteten Winzer des Anbaugebiets Mosel ihren Eiswein.

Bei minus sieben Grad haben Winzer im Anbaugebiet Mosel am frühen Montagmorgen die letzten Trauben des Jahrgangs 2020 geerntet. Winzer Markus Molitor und sein Team ernteten Eiswein am Brauneberger Mandelgraben: „Etwa 200 bis 300 Liter“, erklärt der Moselwinzer im TV-Gespräch. Er habe Trauben auf einem halben Hektar am Rebstock für die Eisweinlese hängen lassen. Möglicherweise könne am Freitag, sollte die Wettervorhersage zutreffen, sogar nochmal Eiswein geerntet werden, meint Molitor.

In Erden am Moselufer pflückte Winzermeister Ernst Friedrich Loosen mit seinem Team in der Kälte der Morgendämmerung Eiswein-Trauben.

Dem Weingut Forstmeister Geltz Zilliken von der Saar misslang die geplante Eisweinernte leider, da Vögel, Rehe und andere Tiere die ungeschützten Trauben abgefressen hatten und schneller waren.

Foto: Weingut Markus Molitor

An der Saar in Ayl seien es am frühen Morgen „bloß“ minus sechs Grad gewesen, sagt Winzer Helmut Plunien vom Weingut Vols. „Das hätte nicht gereicht.“ Wenn es nicht kalt genug wird, kann kein Eiswein gelesen werden. Mindestens minus sieben Grad braucht es, bevor die Eisweintrauben gelesen werden dürfen. „Ich gehe davon aus, dass niemand an der Saar dieses Jahr Eiswein gelesen hat“, sagt Winzer Maximilian von Kunow aus Konz-Oberemmel. „Der Gesundheitszustand (der PH-Wert) in den meisten Parzellen hat es dieses Jahr leider nicht zugelassen, die Trauben länger als Ende November hängen zu lassen.“ Von der Temperatur, sagt Kunow, hätte es in Oberemmel am Montagmorgen hingegen gereicht. „Wir hatten minus sieben Grad.“ Den letzten Eiswein, sagt der Winzer aus Oberemmel, habe er 2012 geerntet.