| 08:44 Uhr

Düsseldorf/Mönchengladbach
Anlagenbauer baut 570 Jobs ab

Düsseldorf/Mönchengladbach. Betroffen sind vor allem die Standorte Düsseldorf und Mönchengladbach. Thorsten Breitkopf

Der Maschinen- und Anlagenbauer SMS Group plant erneut einen massiven Stellenabbau. Insgesamt sollen an vier Standorten 570 der 4100 Jobs wegfallen. Wie SMS-Chef Burkhard Dahmen unserer Redaktion sagte, werden 280 Stellen in Mönchengladbach abgebaut. Im siegerländischen Hilchenbach verlieren 150 Beschäftigte ihren Job, in Düsseldorf, wo die Zentrale von SMS ihren Sitz hat, fallen 110 Stellen weg. Weitere zehn werden am Standort im westfälischen Witten gestrichen.

"Die nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Stahlmarkt zwingen uns zu weiteren Kapazitäts- und Personalanpassungen", sagte Dahmen. Bereits vor zwei Jahren hatte das Unternehmen 1000 Stellen sozialverträglich abgebaut und 200 Mitarbeiter entlassen. Es bestand die Hoffnung, dass höhere Stahlpreise die Lage an den Metallmärkten verbessern würden und so weniger Menschen ihre Jobs verlören. Die hohen Überkapazitäten erlauben den Stahlherstellern nur geringe Neuinvestitionen. Dies führe zu einem harten Wettbewerbs- und Preisdruck unter den Anlagenbauern bei den einzelnen Projektvergaben. "Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl lässt sich bei der geplanten Kapazitätsanpassung nicht vermeiden", sagte Dahmen weiter.

Seit gestern werden die Mitarbeiter an allen vier Standorten über die geplanten Maßnahmen informiert. 440 der 570 Stellen sollen noch im laufenden Jahr wegfallen.

Auch das Management blieb von der Rationalisierungswelle nicht verschont. Die bisherigen Geschäftsführungsmitglieder Harald Rackel und Marcel Fasswald haben das Gremium nach Informationen unserer Redaktion mit Wirkung zum 31. März verlassen.

Die Einsparungen sollen für Investitionen genutzt werden, insbesondere in die Bereiche 3D-Druck und Digitalisierung. Dazu wurde Katja Wind in die Geschäftsführung neu berufen. Sie sei Expertin für Digitalisierung und Logistik, sagte der SMS-Chef.