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Automesse in Shanghai
Auto-Hersteller rechnen mit Erholung des Markts in China

FOTO: dpa / Ng Han Guan
Die Branche sieht nach dem Zollstreit mit den USA Zeichen für eine Entspannung. Und hofft auf positive Folgen einer Mehrwertsteuersenkung zum 1. April.

(dpa) Die deutschen Autobauer setzen nach einer Schwächephase in China auf eine Erholung ihres wichtigsten Absatzmarktes. Man sei „vorsichtig optimistisch“, sagte der angehende Daimler-Konzernchef Ola Källenius am Dienstag auf der Automesse in Shanghai. Nach Wachstum im ersten Quartal rechne der Konzern auch für das Gesamtjahr mit Zuwächsen. Ähnlich äußerte sich BMW-Finanzchef Nicolas Peter. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China werde das Unternehmen trotz der aktuellen Marktschwäche mehr Autos verkaufen. 

Bereits am Montag hatte Volkswagen-China-Chef Stephan Wöllenstein gesagt: „Wir haben leichte Signale, dass sich die Bedingungen am chinesischen Markt in den kommenden Wochen, vielleicht schon im Mai, entspannen könnten.“ VW ist als Hersteller von kleinen und mittleren Fahrzeugen am stärksten von der derzeitigen Kaufzurückhaltung in China betroffen.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren einen Rückgang verzeichnet. Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte Verbraucher und ließ sie beim Kauf zögern. Zudem warteten Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, und die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur dämpfte die Kauflust. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwölf Prozent auf 1,78 Millionen Wagen zurück – es war der zehnte Rückgang in Folge.

Anzeichen einer Entspannung sind nach Einschätzung von BMW-Finanzchef Peter auch im Zollstreit zwischen den USA und China zu erkennen: „Unser Eindruck ist auch, da könnte eine Lösung in den kommenden Wochen oder Monaten kommen.“ Im vergangenen Jahr hatten zwischenzeitlich erhobene Sonderzölle auf Autos aus US-Produktion den Dax-Konzern mit 270 Millionen Euro belastet. BMW importiert vor allem SUVs der X-Modellreihe aus den USA nach China.

Die „Auto China“, die jedes Jahr im Wechsel in Shanghai und Peking stattfindet, zählt zu den weltweit wichtigsten Ausstellungen der Automobil-Branche. Im Zentrum steht auch in diesem Jahr die Elektromobilität. China gilt als Vorreiter bei E-Autos.