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Bei der Kreishandwerkerschaft MEHR häufen sich die Beschwerden

Bauwesen : Baustoffe sind knapp und teuer

Gleich mehrere Ursachen sind dafür verantwortlich, dass Bauherren und Firmen derzeit unter Materialknappheit und Preissteigerungen leiden.

Nicht nur beim Holz, auch bei anderen Baustoffen gibt es derzeit Lieferengpässe und Preiserhöhungen, eine Situation, die sich in den vergangenen vier Wochen noch verschärft hat. Besonders betroffen sind neben Holz Dämmstoffe, Farben und Metall, teilt die Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück mit Sitz in Prüm mit. Bei Dämmstoffen betrage die Teuerung derzeit 40 Prozent.

„Die Ursache für die Materialknappheit bei Baustoffen ist eine Verkettung mehrerer Ereignisse“, sagt Geschäftsführer Dirk Kleis. Zu diesen Ereignissen gehören der Ausfall großer Produktionsanlagen etwa bei den Rohstoffen Styrol und Propylenoxid, welche für die Produktion von EPS-Dämmstoffen benötigt werden. Die Farbindustrie spürt derweil den Produktionsausfall bei Bindemitteln eines großen Herstellers. Beim Holz führte unter anderem ein heftiger Wintereinbruch in den USA zu einem drastischen Zurückfahren der Holzproduktion bei zugleich verstärkter Holz-Nachfrage aus Europa. Hinzu kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie, bei der die Lieferketten nicht mehr wie gewohnt funktionierten. Auch wenn Handwerksbetriebe frühzeitig disponierten, sei das nötige Baumaterial derzeit teils einfach nicht am Markt zu bekommen, sagt Kleis.

Ulrich Marx, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks, wirbt bei den Verbrauchern für Verständnis, wenn nun Angebote oder Rechnungen von Betrieben höher ausfielen als erwartet. „Leider bleibt unseren Betrieben oft nichts anderes übrig, als die Preissteigerungen, die sie ja nun nicht zu verantworten haben, weiterzugeben“, erläutert Marx die missliche Situation.