Das Damen-Tennisturnier in Luxemburg - eine Erfolgsgeschichte seit knapp drei Jahrzehnten.

Damen-Tennisturnier : Familiär und professionell

Das Damen-Tennisturnier in Luxemburg – eine Erfolgsgeschichte seit knapp drei Jahrzehnten.

Das internationale Damen-Tennisturnier in Luxemburg, das seit 1991 jährlich im Herbst im Sportcenter Kockelscheuer ausgespielt wird, ist in knapp drei Jahrzehnten zu einem der großen sportlichen Aushängeschilder des Großherzogtums gewachsen. Das Turnier hat sich nicht nur in sportlicher Hinsicht vom Einladungsturnier in den Jahren 1991 bis 1995 bis hin zum mit 250 000 US-Dollar Preisgeld dekorierten WTA International entwickelt, sondern ist auch gesellschaftlich gesehen ein Großereignis. So zählen zu den Stammgästen als Schirmherr Großherzog Henri und seine Frau Maria Teresa, und bei der Pressekonferenz in den Räumen des Großsponsors BGL BNP Paribas, bei der das Spielerfeld präsentiert wurde (der TV berichtete), war unter den Gästen der deutsche Botschafter in Luxemburg, Dr. Heinrich Kreft.

Das Zugpferd des diesjährigen Turniers ist die ehemalige Weltranglistenerste Angelique Kerber, die an Position eins gesetzt ist. Die dreifache Grand-Slam-Gewinnerin (Australian Open 2016, US Open 2016, Wimbledon 2018) startet schon zum fünften Mal in Luxemburg und ist die Topspielerin des Turniers, das vom 12. bis 20. Oktober stattfinden wird, auch wenn sie derzeit ihrer Topform hinterherläuft. Zusammen mit der Vorjahressiegerin Julia Görges und Stammgast Andrea Petkovic, die schon zehn Turnierteilnahmen aufzuweisen hat, sollen wieder viele deutsche Zuschauer ins heimelige Sportcenter Kockelscheuer gelockt werden. In der Halle, die zwei Tennis-Courts hat und 3000 Sitzplätze bietet, gibt es für die Zuschauer „Tennis zum Anfassen“. Die Spielerinnen loben seit Jahren die familiäre Atmosphäre des Turniers und können sich ganz ungezwungen in der Halle bewegen. Dies und die Nähe zum Heimatland für die Profi-Spielerinnen aus Deutschland, Belgien und Frankreich haben immer wieder die ganz großen Topstars der Tennisszene nach Luxemburg gelockt.

Verantwortlich für das Gelingen der Veranstaltung und die tolle Wohlfühl-Atmosphäre rund um die Courts ist Turnierdirektorin Danielle Maas und ihr Organisationsteam. Wie viel Vorlauf ein Turnier dieser Größenordnung benötigt, zeigt die Tatsache, dass die Kontaktaufnahme zu Angelique Kerber bereits im Februar erfolgte. Viele Gespräche und Telefonate sind gefolgt, um die 31-jährige Kielerin zu ihrem fünften Start in Luxemburg zu bewegen.

Dass das Interesse am WTA-Turnier in Kockelscheuer bei den Tennis-Fans aus der Trierer Region innerhalb weniger Jahre so gewachsen ist, ist auch ein Verdienst des ehemaligen Trierer Oberbürgermeisters Helmut Schröer. Als aktiver Tennisspieler initiierte er Ende der 1990er Jahre zusammen mit dem damaligen Pressechef des luxemburgischen Tennisverbandes IWTP, Charles Koster, Pressekonferenzen im Trierer Rathaus, um den Bekanntheitsgrad des Turniers hier in der Region zu steigern. Ein Unterfangen, das sich gelohnt hat: Die Zuschauerzahl, die mit 12 300 für die gesamte Turnierwoche 1996 erstmals fünfstellig war, steigerte sich über 14 400 (2001) und 17 330 (2005) auf 20 700 im Jahr 2009. Dieser Zuschauerrekord hat bis heute Bestand, im vergangenen Jahr besuchten 19 200 Tennis-Fans die Partien im Sportcenter Kockelscheuer. Was für deutsche Zuschauer interessant ist: Während der Turnierwoche werden von Montag bis Freitag jeweils mindestens zwei Spiele erst nach 18 Uhr angesetzt, damit sich die Anreise auch für Berufstätige noch lohnt.

Danielle Maas lobte „die perfekte Unterstützung von der Stadt Luxemburg vom ersten Tag an“ für das Turnier. In die Siegerliste der fünf Einladungsturniere trugen sich Jana Novotna (1991, 1992), Martina Navratilova (1993, 1994) und Sabine Appelmans ein. Seit 1996 gehört das Turnier offiziell zum WTA-Turnierkalender, die Deutsche Anke Huber gewann die WTA-Premiere. Zur „Königin von Kockelscheuer“ krönte sich mit fünf Turniersiegen die frühere Weltranglistenerste Kim Clijsters aus Belgien, die in Luxemburg 1999, 2001 bis 2003 und 2005 gewann. Clijsters ist auch die letzte Spielerin, die ihren Titel in Luxemburg 2003 erfolgreich verteidigen konnte. Seit 2004 gab es 15 verschiedene Siegerinnen – auch das zeigt, wie stark und vielfältig das Teilnehmerfeld jeweils aufgestellt ist. Neben Anke Huber gab es noch drei weitere deutsche Erfolge in Luxemburg, und zwar durch Annika Beck (2014), Carina Witthoeft (2017) sowie Julia Görges im vergangenen Jahr.

Das Turnier ist mittlerweile auch im Fernsehen zu einer Großveranstaltung geworden. Im vergangenen Jahr wurden aus dem Sportcenter Kockelscheuer 851 Stunden in 24 verschiedene Länder übertragen. Zum Erfolg des Turniers trägt auch das Rahmenprogramm bei: So werden in diesem Jahr am Freitag, 18. Oktober, um 16.30 Uhr der frühere französische Tennis-Profi Henri Leconte und der Comedian Oliver Pocher eine Teqball-Einlage auf Court 1 geben. Und schon jetzt überlegen die Organisatoren um Danielle Maas, welches Programm es zum 25.WTA-Turnier 2020 geben soll.

Gast der Pressekonferenz war sogar der deutsche Botschafter in Luxemburg, Dr. Heinrich Kreft (rechtes Bild, vorne rechts). Links im Bild die Trophäe für die Siegerin der BGL Open 2019, geschaffen von der polnisch-luxemburgischen Künstlerin Katarzyna Kot-Bach. Foto: TV/Stefan Strohm
Preis für die Siegerin der BGL Open 2019, geschaffen von der Künstlerin Katarzyna Kot-Bach. Foto: TV/Stefan Strohm

Eintrittskarten für die BGL BNP Paribas Open gibt es unter Telefon 00352/4708951. Weitere Informationen zum Turnier gibt es im Internet unter www.bglbnpparibas-open.com