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Der Arbeitsmarkt im Mai sendet unterschiedliche Signale.

Arbeitsmarkt : Arbeitsmarkt bleibt im Krisenmodus, zeigt aber positive Signale

Im Vergleich zu den Vorjahren steigt die Arbeitslosigkeit im Mai. Es gibt wieder mehr offene Stellen – auch sind weniger Menschen in Kurzarbeit als dafür angemeldet.

 Auf dem Arbeitsmarkt hält die Corona-Krise unvermindert weiter an – wenn auch nicht so stark wie noch im April. So ist die Zahl der Menschen ohne Job in der Region Trier von Ende April bis Ende Mai um 804 auf 12 767 gestiegen. Dies ist insofern ungewöhnlich, weil zu dieser Jahreszeit der Arbeitsmarkt üblicherweise mehr Menschen einstellt als entlässt.

Auch wenn sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Region verlangsamt hat, so liegt die Quote mit 4,4 Prozent immerhin doch um 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Besonders stark betroffen von einer höheren Arbeitslosigkeit sind die Branchen Nahrung und Genussmittel, Baugewerbe, Handel und Gastronomie. Hier gelten mit Maskenpflicht oder Zugangsbeschränkungen die meisten Corona-Einschränkungen.

Eine leichte Entspannung gibt es auf dem Stellenmarkt, wo nach dem extremen Einbruch im Vormonat nun wieder mehr offene Stellen gemeldet wurden. So gab es im April lediglich 389 zusätzliche offene Stellen, im Mai wurden 651 offene Stellen zusätzlich gemeldet. Insgesamt sind derzeit in der Region Trier 3840 Arbeitsplätze unbesetzt, das sind knapp 29 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dennoch sieht Stefanie Adam, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Trier, darin einen Hoffnungsschimmer: „Die Unternehmen sind offenbar wieder bereit, Fachkräfte einzustellen und ihre Zukunft nach der Corona-Pandemie zu sichern“, sagt sie.

Ein „positives Signal“ zieht sie auch aus den Zahlen der Kurzarbeit. So haben seit März 5273 Betriebe in der Region Trier für 53 894 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Mai sind allerdings nur noch 141 Betriebe mit 974 Beschäftigten hinzugekommen. Ob diese auch alle ihre Anträge auf Kurzarbeitergeld einreichen, bleibt allerdings noch abzuwarten, da die Betriebe dafür drei Monate Zeit haben. „Die Zahl der Anzeigen ist zunächst ein Frühindikator. Sie besagt, wie viele Beschäftigte voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sein könnten“, sagt Stefanie Adam. Heißt also, dass erst mit Verzögerung der tatsächliche Stand der Kurzarbeit sichtbar wird. So haben für die 4034 angemeldeten Betriebe aus dem März erst 65 Prozent von ihnen auch einen Antrag auf Kurzarbeitergeld eingereicht. Und noch bis zum Juni gilt die Frist zur Einreichung. Bis heute sind im Agenturbezirk Trier rund 25 Millionen Euro  Kurzarbeitergeld ausgezahlt worden.

Bundesweit klettert die Kurzarbeit auf Rekordwerte. So geht die Bundesagentur aufgrund einer Schätzung davon aus, dass bis zum 30. April rund sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen sind – in der Spitze könnten es sogar 7,5 Millionen werden. Bis Ende März waren es Hochrechnungen zufolge 2,02 Millionen Menschen. Das alleine wäre schon ein neuer Rekord.  Der bisherige Höchststand war im Mai 2009 im Rahmen der Finanzkrise mit 1,44 Millionen Menschen erreicht worden. Angemeldet ist die Kurzarbeit bislang für knapp zwölf Millionen Beschäftigte.

Auf dem Ausbildungsmarkt  der Region bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiter hoch. So gibt es mit 3905 gemeldeten Stellen 322 mehr als noch im Februar vor der Krise. Ihnen stehen 1118 unversorgte Bewerber gegenüber. „Die Ausbildung wird als Zukunftsinvestition zur Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses betrachtet“, sagt die Agentur-Geschäftsführerin. Obwohl jeder Bewerber im Schnitt zwischen zwei Ausbildungsstellen wählen könne, seien doch viele Jugendliche verunsichert: „Der Ausbildungsmarkt rückt nun in den Fokus unseres Handelns.“