Edelstahl-Kartell: Kartellbuße gegen die Wirtschaftsvereinigung Stahl

Preisabsprachen bei Edelstahl : Kartellbuße gegen die Wirtschaftsvereinigung Stahl

Das Bundeskartellamt geht gegen Preisabsprachen bei Edelstahl vor. Es verhängte nicht nur gegen Stahlhersteller, sondern auch gegen den traditionsreichen und in Düsseldorf sitzenden Branchenverband, die Wirtschaftsvereinigung Stahl, eine Geldbuße.

Das Edelstahl-Kartell zieht Kreise. Auch gegen den in Düsseldorf sitzenden Branchenverband, die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl), hat das Bundeskartellamt eine Geldbuße verhängt, wie es in Branchenkreisen heißt. Die Buße beläuft sich demnach auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag, der Bescheid sei 2018 erfolgt.

Das Kartellamt hatte im Juli bereits die Namen von sechs Unternehmen öffentlich gemacht, gegen die es im Zusammenhang mit dem Stahlkartell Geldbußen von insgesamt 205 Millionen Euro verhängt hatte. Zugleich hatte es erklärt, gegen vier weitere Unternehmen und einen Verband dauerten die Ermittlungen an. Bei dem Verband handelt es sich um die traditionsreiche WV Stahl. Diese vertritt die politischen Interessen der Stahlindustrie, ihr Präsident ist Hans Jürgen Kerkhoff.

Der Sprecher des Kartellamtes wollte sich unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zum Bußgeld gegen die WV Stahl nicht äußern. Der Sprecher der WV Stahl erklärte, man nehme zu Kartellermittlungen grundsätzlich keine Stellung.

Das Kartellamt bestätigte zugleich die Geldbuße gegen die Georgsmarienhütte in Höhe von 85 Millionen Euro. „Das Bußgeld wird uns wirtschaftlich nicht in Bedrängnis bringen", sagte ein Sprecher der Georgsmarienhütte der dpa.

Das branchenweite Verfahren war 2015 ins Rollen gekommen, der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hatte das Kartell auffliegen lassen. Als Kronzeuge kam er gemäß der Bonusregelung des Amtes ohne Buße davon. Die Unternehmen hätten über Jahre wichtige Preisbestandteile beim Vertrieb von Edelstahl abgesprochen und dadurch den Preiswettbewerb erheblich beeinträchtigt, hatte im Juli 2018 Andreas Mundt, Chef des Kartellamtes, erklärt.

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