Fleischer-Handwerk „Solange ich lebe, fließt hier Blut“ - Porträt eines Metzgermeisters aus Piesport

Piesport · Nur wenige Metzger im Landkreis schlachten Schweine und Rinder selbst. Dazu gehört die Metzgerei Bösen in Piesport.

 Metzger Georg Bösen bei der Arbeit. In dem Betrieb in Piesport wird noch selbst geschlachtet.

Metzger Georg Bösen bei der Arbeit. In dem Betrieb in Piesport wird noch selbst geschlachtet.

Foto: Christoph Strouvelle

Etwas unsicher schaut der einjährige Stier im Hänger von Landwirt Manfred Zelder, der diesen im Hof der Metzgerei Bösen abgestellt hat. Das Tier wird von einem Tierarzt in einer Lebendschau begutachtet, nur wenige Minuten liegt es leblos im Schlachthaus, erst betäubt mittels eines Bolzenschussgeräts, dann endgültig getötet durch das Durchtrennen einer Schlagader. „Das Tier stirbt durch Ausbluten“, sagt Metzger Georg Bösen. Sein Vater Horst Bösen hat den Betrieb 1963 gegründet, seit 1972 befindet er sich am jetzigen Standort. Zusammen mit seinem Gesellen Josef Klein begibt sich Georg Bösen ans Zerteilen des rund 260 Kilogramm schweren Bullen. Eher ein leichtes Tier, ausgewachsene Exemplare bringen bis zu 500 Kilogramm auf die Waage. In den Räumen neben dem Schlachthaus hängen bereits die Hälften von acht Schweinen. „Die haben wir heute Morgen schon vorher geschlachtet“, sagt er. „Wir verwerten alles. Die Schweineohren verkaufen wir als Hundefutter.“