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Einkaufen mit dem Geld vom Chef - dank Heimat Shoppen Card

Steuerfreier Sachbetrag : Einkaufen mit dem Geld vom Chef - dank Heimat Shoppen Card

Tausende Beschäftigte aus Handel und Handwerk der Region Trier haben jetzt die Möglichkeit, über die Heimat Shoppen Card, den steuerfreien Sachbetrag von 44 Euro monatlich auszugeben. Dazu gibt es eine Kooperation zwischen Handel und Handwerk mit dem Ziel, die Kaufkraft in der Region zu stärken.

Nur wenige Arbeitgeber nutzen bislang die Möglichkeit, monatlich bis zu 44 Euro pro Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei als Sachbezug und bis zu 60 Euro als Geburtstagsprämie auszuzahlen. Tankgutscheine als Weihnachtsgeschenke oder Geburtstagswertkarten sind schon eher verbreitet. Doch warum nicht das eine mit dem anderen verbinden, denkt sich Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller  mit Elektrobetrieb in Saarburg. „Ich wollte meinen Mitarbeitern mit möglichst wenig Aufwand etwas Gutes tun und gleichzeitig meine Kunden davon profitieren lassen, dass meine Mitarbeiter bei ihnen kaufen können“, überlegt sich der pfiffige Handwerker und findet sowohl in den beiden Kreishandwerkerschaften Trier/Trier-Saarburg und MEHR (Mosel-Eifel-Hunsrück-Region) und dem Handelsverband Region Trier Gleichgesinnte.

Das Ergebnis ist die sogenannte Heimat Shoppen Card in Anlehnung an die gleichnamige regionale Verkaufsoffensive zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft. Hersteller der Karte ist der Trierer Spezialist für Prepaid-, Wert- Geschenk- und Mitarbeiterkarten, das Unternehmen ICP. Hier können sich nun die regionalen Betriebe der drei Interessensvertreter gegen Gebühr ab 30 Euro jährlich (als Betriebskosten steuerlich absetzbar) anmelden und ihren Beschäftigten die Karte ausgeben und monatlich bis zu 44 Euro per Knopfdruck überweisen. Allein die gut 20 000 Beschäftigten der 2000 Betriebe im Handwerk, aber auch diejenigen gut 50 Mitgliedsbetriebe im Handel können so von der Heimat Shoppen Card profitieren.

„Das ist ein großer Mehrwert für alle Seiten“, sagt Alfred Thielen, Geschäftsführer des Handelsverbands Region Trier. So könnten die Betriebe nicht nur ihre Mitarbeiter wertschätzen und dabei Geld sparen, „das ausgezahlte Geld bleibt im regionalen Wirtschaftskreislauf“.

Dirk Kleis, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft MEHR, ist überrascht, wie viele Anfragen von Mitgliedern er bereits erhalten hat: „Für die Betriebe hat das den Vorteil, die Mitarbeiter zu motivieren und an sich zu binden – nicht ganz unwichtig in Zeiten des Fachkräftemangels.“

Und so funktioniert die Heimat Shoppen Card: Über www.heimatshoppencard.de können Betriebe zwischen zwei Kartenvarianten wählen und diese bestellen. ICP als Dienstleister prüft die Angaben und sendet die gewünschten Karten mit Namen der Mitarbeiter zu. Per Knopfdruck kann der Chef jeden Monat die Karte um maximal 44 Euro aufladen. Je nach zubuchbarer Funktion sind auch Zahlungen zum Geburtstag oder der Coronabonus möglich.

Der Mitarbeiter kann die eingezahlten Beträge ansammeln, teilweise oder gänzlich einlösen und wie eine Geldkarte über die Kartenzahlungsterminals zahlen. Eine Online-Bestellung oder eine Selbstaufladung ist nicht möglich. Kommt eine Zahlung, gibt es per SMS eine Mitteilung. „Bis Ende des Jahres sind wir noch in der Testphase, obwohl schon jetzt Betriebe die Karte einsetzen können“, sagt Projektleiter Raphael Zingen vom Anbieter ICP. Auch für für den Kartenspezialisten ICP ist das Projekt wichtig, weil es erstmals regional arbeitet. Ziel sei es, so Zingen, die Karte auch über die Region hinaus zu vermarkten und die Betriebe zu animieren, über die Internetseite der Heimat Shoppen Card weitere Marketing-Aktionen zu starten.

Haben die Karte für ihre Betriebe auf den Weg gebracht (v.l.): Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller, Dirk Kleis, Kreishandwerkerschaft MEHR, Alfed Thielen, Handelsverband Region Trier, Bärbel Schädlich, Kreishandwerkerschaft Trier/Trier-Saarburg, und Matthias Schneider vom Unternehmen ICP. Foto: Sabine Schwadorf

Ob mit der Heimat Shoppen Card und dem Geld vom Chef nun der nächste Friseurbesuch, eine neue Waschmaschine oder das modische Hemd gekauft werden: „Man kann sich mit der Karte auch weitere Rabattaktionen oder Zusatzleistungen durch die Mitglieder vorstellen“, sagt Thielen. Da gebe es viele positive Ansätze, damit die Betriebe Umsatz machten und das Geld in der Region bleibe.