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Einmalig in Deutschland: Warum ein Projekt von der Saar geehrt wird.

Wettbewerb : Kreative Saarkinder

Ein Projekt aus Wiltingen ist für eine Auszeichnung der Bundesregierung nominiert: Die Marke Saarkind gehört zu den Kultur- und Kreativpiloten in Deutschland.

Wiltingen Vanessa Weber sprüht geradezu vor Begeisterung, wenn sie von dem von der Bundesregierung initiierten Wettbewerb für die Kultur- und Kreativwirtschaft spricht: „Es ist eine krasse und ergiebige Erfahrung“, sagt sie. Die Gründerin der Marke Saarkind ist nämlich mit ihrem Projekt unter den finalen 100 von über 1100 Bewerbern gelandet. Es geht den Initiatoren darum, Unternehmer- und Unternehmerinnen zu finden, die sich den Herausforderungen der heutigen Zeit mit Innovationskraft und Kreativität stellen. Saarkind ist eine Gemeinschaft von rund zehn Jungwinzern und Bloggern, die „die Menschen an der Saar zusammenbringen will und die Region ökologisch, nachhaltig, beständig und kreativ gestalten möchte.“, so Weber. Und: „Wir sollten daran denken, dass wir auf der Erde nur zu Gast sind und sorgsam mit ihr umgehen!“

So produzieren sie neben dem Wein auch nachhaltige Bekleidung mit hipper Anmutung und ihrem Logo und veranstalten das Festival „Klang & Glanz“ am Wiltinger Saarufer. Die Kleidung wird über das Internet und einige Geschäfte der Region vertrieben; das in den Vorjahren sehr erfolgreiche Wein- und Musik­event musste im Corona-Sommer leider ausfallen. Kreativ und innovativ gehen die Jungwinzer mit den Einschränkungen der Pandemie-Situation um: Am Nikolaus-Wochenende wird es in den Wiltinger Weinbergen den Saarkindlmarkt geben, eine Art Weihnachtsmarkt, der erwandert werden will (der TV wird an anderer Stelle berichten). Der deutschlandweit ausgeschriebene Kultur- und Kreativpiloten-Wettbewerb hat – natürlich – digital per Zoom-Meeting stattgefunden, dabei bewerteten die neun Juroren (beispielsweise aus dem Wirtschaftsministerium oder der Start-up-Szene) jeweils drei Bewerber, die ihre Unternehmenskonzepte vorstellen konnten.

 „Die Entscheidung für die Titelträgerinnen folgt dabei keinen streng festgelegten Kriterien, es gibt keine Prüfung. Vielmehr geht es bei den Gesprächen um den Austausch auf Augenhöhe und das gemeinsame Kennenlernen“, beschreibt das veranstaltende Institut die Besonderheiten der Jurygespräche. „Allein die Fragen, zum Beispiel ob und wie man auf ein schnelles Wachstum vorbereitet sei, waren so interessant, dass es sich dafür schon gelohnt hat“, da ist sich Weber sicher. Ende Oktober wird die Jury ihre Entscheidung bekanntgeben.

Nun möchte sie natürlich auch eine derjenigen sein, die eine der insgesamt 32 Auszeichnungen und damit ein einjähriges unternehmerisches Mentoring als Preis erhält. „Ich habe ein gutes Gefühl, aber allein die Erfahrung war es schon wert“, sagt das aus Frankfurt stammende, aber mittlerweile bestens assimilierte Saarkind Vanessa Weber.