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Drei Fragen an... Professor Waldemar Vogelgesang
Enge Verzahnung von Uni und Umland

Trier. Mit dem Soziologen geht einer der umtriebigsten Forscher der Trierer Hochschule in den Ruhestand.

Mit Professor Waldemar Vogelgesang ist nun einer der umtriebigsten Forscher an der Trierer Universität in den Ruhestand getreten. Drei Fragen an ihn:

Herr Vogelgesang, Sie sind ein sehr umtriebiger Forscher. Was werden Sie am meisten vermissen?

Vermissen werde ich ganz bestimmt den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Studierenden. Mit ihnen Forschungsprojekte durchzuführen, sie praxisnah mit der Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft vertraut zu machen war und ist mir eine Herzensangelegenheit. Auch Forschungskooperationen, in denen ich Regionalprojekte durchgeführt habe, werden mir fehlen.

Was haben Sie von den Jugendlichen „gelernt“?

Als Jugendsoziologe fühlt man ständig den Puls der Zeit. Wie junge Menschen ihr Leben gestalten ist mit ihrer Herkunft und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verknüpft. Wie sie dabei mit den Herausforderungen der Gesellschaft umgehen erstaunt mich immer wieder. So viel Optimismus ist ansteckend und wirkt wie ein Jungbrunnen.

Welches sind die Hauptforschungsfelder in der Region Trier, die Sie zur Forschung übergeben möchten?

Ein zentrales Element – und Alleinstellungsmerkmal – der Trierer Soziologie sind sozialraumorientierte Forschungen etwa in Brennpunktquartieren der Stadt Trier und Beschreibungen ‚urbanisierter Dörfer‘ in den angrenzenden Landkreisen. Diese Forschungstradition sollte unbedingt weitergeführt werden. Daraus lassen sich zukunftsweisende Handlungsempfehlungen ableiten. Nicht zuletzt sind sie Ausdruck einer Renaissance des Regionalen und der engen Verzahnung von Universität und Lebenswelt.

Sabine Schwadorf

Waldemar Vogelgesang (Jahrgang 1952) hatte über viele Jahre seinen Schwerpunkt in der Jugend- und Bildungssoziologie sowie in der Kultur- und Lebensstilforschung an der Uni Trier. Mit mehr als 25 Veröffentlichungen, Jugendstudien sowie mit Dorfanalysen etwa in Ralingen, Waldrach und Aach hat er sich auch in der Region einen Namen gemacht. Nun will er sich privat stärker im Gemeinderat Ralingen und in seinem Tennisclub engagieren.