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Ausbildung
Hochschule Trier mit einmaligem Studiengang

Trier. Das Fach Gesundheitstechnik bereitet die Karrieren von Sport- und Rehatechnik-Ingenieuren vor. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Die Hochschule in Trier bietet Studierenden eine interessante Gelegenheit: Im vergangenen Wintersemester wurde der neue Studiengang „Sport- und Rehatechnik“ eingerichtet. Professor Armin Wittmann: „Der Studiengang ist in Deutschland einzigartig. In einem siebensemestrigen Studiengang bilden wir an der Hochschule einen vollwertigen Maschinenbauingenieur aus, der mit seinen medizinischen Kenntnissen und Grundlagen an der technisch-medizinischen Schnittstelle tätig werden kann.“ Die Basis sind dabei Trainingslehre, Biomechanik, Medizintechnik und Grundlagen der Physiotherapie.

Wittmann wirbt für seinen Studiengang: „Der Kostendruck im Gesundheitswesen steigt, die Bevölkerung wird älter.“

Bereits heute verdoppelten sich die Reha- und Klinikaufenthalte bei über 50-Jährigen gegenüber Arbeitnehmern unterhalb dieser Altersgrenze. Wolle man als Arbeitgeber Beschäftigte länger eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit ausüben lassen, müsse man früher und gezielter Belastungen aus dem Arbeitsalltag und damit Verschleiß entgegenwirken.  Dies sei ein Einsatzgebiet für zukünftige Sport- und Rehatechnikingenieure.

Dazu ist es laut Wittmann erforderlich, Arbeitsplätze frühzeitig zu optimieren und Entlastungshilfen – sogenannte Exoskelette – zu entwickeln und im industriellen Umfeld von Betrieben zu erproben und einzusetzen.

Bisher haben sich 16 Studierende für den neuen Studiengang entschieden. Zu ihnen gehört auch Jan Toelstede (2. Semester). Für ihn ist der eingeschlagene Weg aus mehreren Gründen sinnvoll: „Bei dem Studiengang ,Sport- und Rehatechnik’ musste ich mich nicht entscheiden,  denn nun habe ich beides:  Technik und Medizin. Da ich selber schon Knieprobleme durch Sportverletzungen habe, könnte ich mir vorstellen, beispielsweise bei der Orthesenentwicklung oder Entwicklung für Exoskelette zu arbeiten.“

Die Berufsaussichten für die Studierenden sind nach abgeschlossener Ausbildung gut. Deutschland gehört zu den führenden Produzenten medizinischer Produkte. „Und bei der demografischen Entwicklung in Deutschland wird der Bereich noch an Bedeutung gewinnen“, ist sich Professor Wittmann sicher.

Und der Experte warnt: „In unseren seit Jahren stattfindenden Projekten mit der Industrie erfahren wir in den letzten Jahren zunehmend, dass qualifizierte Ingenieure mit ihrem Spezialwissen überall dringend gesucht sind.“ Die Hochschulen andererseits sehen seit Jahren einen Rückgang der Studierenden in technischen Bereichen. Vor dem Hintergrund, dass in wenigen Jahren viele Ingenieure in den Ruhestand wechseln, ist ein dann noch verschärfter Fachkräftemangel zu erwarten. Für junge Leute bedeutet dies allerdings: beste Zukunftschancen.

Deshalb bietet der Fachbereich Technik am 3. Juli, 9 Uhr, Gebäude A, Hochschule Am Schneidershof,  einen Schnuppervorlesungstag an. Interessierte können  an einer allgemeinen Einführungsvorlesung teilnehmen und anschließend mit den Studierenden und Professoren Fragen klären und Labore besuchen.

Einige junge Menschen haben bereits reingeschnuppert.  Nach Laborversuch mit Druckmesssohlen und Videoanalyse befragt, schwärmt Luisa Fuchs, dass dies genau das sei, was sie in ihrem späteren Beruf und auch schon im Studium wolle. „Das Studium ist top, da man einerseits den vollen Einblick in den Maschinenbau bekommt und andererseits aber auch die medizinischen Vorgänge, die bei Arbeitsabläufen entstehen, dabei versteht.“