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Kommentar zum Fahrdienst Uber
Ubers Wette

Meinung Von Florian Rinke

Die E-Mail endet zwar mit „kollegialen Grüßen“, doch die vorangegangenen Zeilen zeigen das Gegenteil. Wegen Verstößen gegen das Personenbeförderungsrecht muss der Uber-Partner Safedriver Ennoo in Düsseldorf vorübergehend den Betrieb einstellen – und will deswegen direkt alle Mitarbeiter entlassen. Mehr soziale Kälte geht kaum.

Und Uber? Der Fahrdienstvermittler tut mal wieder unbeteiligt. Die Bösen, das sind in seiner Welt die Mietwagen-Unternehmen, die sich nicht an die Regeln hielten, obwohl man sie doch darauf hinweise.

Dabei ist das Problem eine Systemfrage: Vieles deutet darauf hin, dass der US-Fahrdienst spekuliert, dass bald auf Bundesebene Gesetze geschaffen werden, die vieles legalisieren, was den Partnern momentan zur Last gelegt wird. Und weil der deutsche Markt dann besonders lukrativ ist, geht es nun darum, Marktanteile zu erobern. Mit welchen Mitteln das vor Ort geschieht? Offenbar zweitrangig. Im Zweifel ziehen sich die Verfahren ja vielleicht so lange hin, bis sich die Gesetzeslage geändert hat – und sie eingestellt werden können. Dann wäre Ubers Rechnung aufgegangen.