Mehr Arbeitslose: In der Region sind 9755 Menschen ohne Job.

Arbeitsmarkt : Auch der Arbeitsmarkt macht Sommerferien

Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in der Region Trier auf 9755 gestiegen. Junge Leute warten auf eine Beschäftigung, die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt.

Hinter jedem Arbeitslosen, der monatlich in der Statistik der Arbeitsagentur auftaucht, steht nicht nur ein einzelnes Schicksal, sondern daran spiegeln sich auch die zahlreichen Facetten, die der Arbeitsmarkt insgesamt zeigt. Denn auch, wenn die Arbeitslosigkeit im Monat Juli in der Region Trier wie landes- und bundesweit leicht gestiegen ist (plus 0,2 Prozentpunkt auf 3,3 Prozent), so ist dies typisch für die Sommermonate. Insgesamt sind nun 9755 Menschen ohne Job, die Arbeitslosenquote liegt allerdings auf dem Niveau von Juli 2018.

Und doch steckt mehr dahinter, wie Heribert Wilhelmi, Chef der Arbeitsagentur Trier, verrät: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer hat verschiedene Ursachen. Zum einen warten viele Unternehmen mit den Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerferien, andererseits beenden viele Schüler und Auszubildende in diesen Wochen die Schule oder Ausbildung“, sagt er.

Insbesondere junge Menschen unter 25 Jahren, die sich nach Ausbildungsabschluss und fehlender oder verzögerter Anschlussbeschäftigung arbeitslos melden müssten, hätten momentan einen großen Einfluss auf den regionalen Arbeitsmarkt. Und dies beeinflusse auch das Verhältnis von Zu- und Abgängen auf den Arbeitsmarkt. Ohne die jüngeren Arbeitslosen wäre dieser Effekt nicht so groß. Besonders auffällig ist dieser Effekt im Kreis Bernkastel-Wittlich, wo der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den jungen Leute unter 25 Jahren 42 Prozent beträgt, im Vulkaneifelkreis dagegen nur 4,8 Prozent. Während sich bundesweit bereits die Auswirkungen einer Konjunkturdelle bemerkbar macht und weniger Arbeitskräfte nachgefragt werden, beläuft sich in der Region Trier die Zahl der Angebote mit 5027 weiterhin auf hohem Niveau, berichtet die Trierer Arbeitsagentur. Zwar hat sich hier der Bestand sein Juni reduziert, allerdings liegt er noch über dem Stand aus dem Juli des vergangenen Jahres. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es traditionell in der Zeitarbeit (1246 freie Jobs), im verarbeitenden Gewerbe (696 freie Jobs) und im Handel (567 Angebote).

Eine weitere Facette des Arbeitsmarkts zeigt sich in der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. So sinkt ihre Zahl, teilweise entgegen der Entwicklung der Gesamtarbeitslosigkeit kontinuierlich. Mit 2226 Langzeitarbeitslosen aktuell ist nämlich der Bestand in der Region Trier laut den Angaben der Arbeitsagentur so gering wie in keinem Juli seit Beginn der Dokumentation  dieses Arbeitsmarktsektors im Jahr 2007.

Dabei helfen den Betroffenen auch die neuen Instrumente durch das sogenannte Teilhabechancengesetz im Januar. So wurden allein dadurch 45 Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert.

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