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Tourismus
Mehr Pep für Hotels und Restaurants

Trier. Mit ihrer Image-Kampagne Hoganext startet die IHK Trier ein ambitioniertes Pilotprojekt. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Gaststätten ohne Mittagstisch, Hotels ohne Restaurant, Umwandlung von Hotels in Pensionen und reduzierte Servicezeiten an der Rezeption: Die Hotel- und Gastronomiebranche ächzt wohl mit am meisten unter dem aktuellen Fachkräftemangel und reduziert nach und nach Service und Leistungen. Die Neueintragungen der Ausbildungsverhältnisse in der Tourismuswirtschaft sind in der Region Trier innerhalb von zehn Jahren um fast 50 Prozent zurückgegangen, rund 39 Prozent der Betriebe können derzeit ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen, insgesamt haben 70 Prozent der Betriebe bei uns Probleme, geeignetes Personal zu finden. „Das ist dramatisch, weil es ausgesprochen attraktive Ausbildungsberufe mit internationalen Karrierewegen gibt“, sagt Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier.

Dabei ist gerade der Tourismus mit knapp sieben Millionen Übernachtungen und mehr als zwei Millionen Gästen jährlich ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor für Eifel, Mosel, Hunsrück und die Stadt Trier. „Das Problem ist drängend. Wir müssen jetzt etwas machen“, gibt der IHK-Chef als Devise aus, denn die Betriebe hätten es selbst in der Hand, die prekäre Situation zu ändern. Dafür stehe Hoganext, eine für die Betriebe kostenfreie Image-Kampagne der IHK Trier, die Montag, 19. November, startet. „Einerseits geht es darum, die Attraktivität der Berufe in der Branche stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Andererseits müssten die Ausbildungsbetriebe sich stärker damit positionieren, dass sie in der Ausbildung die Anforderungen erfüllen und Qualität bieten“, sagt Glockauer.

Hoganext baut dabei auf sechs Säulen auf: Neben der Auftaktveranstaltung, zu der 400 Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie geladen sind, gibt es Workshops in Trier, Traben-­Trarbach und Schalkenmehren, eine Azubi-Akademie, eine Ausbildung für Ausbilder in der Branche, Weiterqualifizierungen für leistungsstarke Azubis sowie ein Berater-Coaching für die IHK-Mitarbeiter. „Wir wollen Aufmerksamkeit in der Branche schaffen und neue Wege gehen“, beschreibt Ulrich Schneider, Geschäftsführer Ausbildung bei der Kammer das Ziel. Es gehe darum, wieder „Pep ins Unternehmen“ zu bringen und eine Art Azubi-Marketing aufzubauen. „Wir wollen mit einer verbesserten Qualifizierung der Ausbilder und einer zeitgemäßen Ansprache der Jugendlichen das Image des Gastgewerbes verbessern und neue Azubis gewinnen“, sagt Schneider. Eine Idee, die landesweit zum Pilotprojekt für die übrigen Kammern am Rhein und in der Pfalz werden könnte, ist Albrecht Ehses, IHK-Geschäftsführer Wein und Tourismus und tourismuspolitischer Sprecher der Kammern landesweit, überzeugt. „Denn auf lange Sicht schadet die negative Entwicklung in der Hotellerie und Gastronomie der touristischen Entwicklung unserer ganzen Region“, sagt er. Und da passe sich Hoganext nicht nur in die Tourismusstrategie des Landes ein (der TV berichtete), sondern auch in die Forderungen aller Landes-IHK. „Was hilft die schönste Investition in Wanderwege, wenn die Betriebe fehlen, in denen die Gäste essen und übernachten können.“

Infos zum Projekt und Anmeldung der Betriebe bei Ulrich Schneider, Telefon 0651-9777-301.