Einkommen: Mindestlohn in Luxemburg steigt ...

Einkommen : Mindestlohn in Luxemburg steigt ...

... und bleibt doch nahe an der Armutsgrenze, wie eine Analyse zeigt.

() In Luxemburg gibt es seit dem 1. Januar 2019 einen höheren Mindestlohn. Er ist mit 2071,10 Euro zwar einer der höchsten weltweit – allerdings liegt er immer noch sehr nahe an der nationalen Armutsgrenze, wie ein Vergleich mit Australien zeigt.

Luxemburg und Australien sind zwei Länder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine wichtige Gemeinsamkeit gibt es allerdings doch. Beide Länder verfügen über einen besonders hohen Mindestlohn: die beiden höchsten der Welt. Welcher der beiden Staaten den höchsten Mindestlohn hat, hängt vom Wechselkurs ab. Der luxemburgische Mindestlohn gilt mit 2071,10 Euro pro Monat für nicht-qualifizierte Arbeitnehmer. Der qualifizierte Mindestlohn liegt dabei immer ein Fünftel darüber.

Der nationale Mindestlohn in Down Under liegt derzeit bei 18,93 australischen Dollar pro Stunde oder 719,20 für eine Arbeitswoche von 38 Stunden.

Laut der Inspection du travail et des mines (ITM) beträgt der stündliche Mindestlohn in Luxemburg – nach der Erhöhung – bei 11,9717 Euro. Bei dem derzeitigen Wechselkurs läge der luxemburgische Mindestlohn bei 19,67 australischen Dollar pro Stunde und wäre damit höher.

Jetzt ist jedoch nicht nur der Mindestlohn in Luxemburg gestiegen. Auch die deutschen Mindestlohnempfänger erhalten ab diesem Monat mehr Geld: 9,19 Euro die Stunde, was eine Steigerung von 35 Cent darstellt. Tatsächlich ist der Mindestlohn in der Europäischen Union keine Randerscheinung mehr. Die meisten Länder haben ihn. Auch wenn Luxemburg in absoluten Zahlen den höchsten Wert vorweist: Eine Analyse der Deutschen Welle wirft einen Schatten. Der Sender hat alle europäischen Mindestlöhne mit der Armutsgrenze und dem Median-Einkommen des jeweiligen Landes verglichen.

Das Ergebnis: Nur in fünf Staaten liegt der Mindestlohn näher am Median-Einkommen als an der Armutsgrenze. Dabei handelt es sich um die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Portugal, Griechenland und Rumänien. In Luxemburg sowie in Deutschland liegt der Mindestlohn um Haaresbreite über der Armutsgrenze.

Die jetzige Mindestlohnerhöhung reicht vielen Gewerkschaftlern in Luxemburg nicht aus. Der OGBL fordert seit Monaten eine substanzielle Erhöhung von zehn Prozent. Im Dezember hatte Gewerkschaftspräsident André Roeltgen die geplante Mindestlohnerhöhung so kommentiert: „Sie entspricht dem Preis einer Pizza mit Getränk. das reicht längst nicht aus!“

github.com/dw-data/minimum-wage

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