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Mit der Sektmarke Deinhard schließt Peter Mertes ein Lücke im Sortiment.

Bernkastel-Kues : Hier ist der Deinhard! Weinkellerei Peter Mertes kauft traditionelle Sektmarke

Mit dem Kauf der Sektmarke Deinhard hat die Peter Mertes KG in Bernkastel-Kues als größter deutscher Weinabfüller einen kleinen Coup gelandet. Als Traditionsmarke mit 126-jähriger Geschichte schließen die Sektprodukte eine Mertes-Lücke im Sortiment.

Erinnern Sie sich noch an den Werbespot aus den 1990er Jahren, in dem sich die Dame im Cocktailkleid auf einer elegant-elitären Party aufs Schlagzeug schwingt, mal kräftig auf die Trommeln haut und in die Menge ruft: „Wo ist der Deinhard?“

Nachdem es viele Jahre ruhig um die Sektmarke geworden ist, können wir Ihnen nun die aktuelle Antwort auf die Frage der Dame am Schlagzeug geben: Der Deinhard ist hier, in der Region Trier, und zwar in Bernkastel-Kues, seit wenigen Tagen im Besitz der Kellerei Peter Mertes KG. Denn die Ex-Besitzerin, die Sektkellerei Henkell Freixenet (Freixenet, Henkell, Fürst von Metternich) und Tochterunternehmen des Multi-Lebensmittel-Konzerns Dr. Oetker, hat das Sekt- und Weingeschäft der Marke Deinhard mit Sitz in Koblenz an die Mittelmosel zu Peter Mertes verkauft (der TV berichtete). Zum Kauf, über dessen Preis Käufer und Verkäufer Stillschweigen vereinbart haben, gehören das inländische Sektgeschäft mit Deinhard Lila und Deinhard Cabinet sowie das internationale Weingeschäft. Was bei uns eher unbekannt ist: Immerhin ist der Deinhard Marktführer für deutschen Wein in Kanada.

„Die Marke Deinhard komplettiert unser Sortiment“, sagt Christina Lucia Barg, Pressesprecherin von Peter Mertes. „Diese Traditionsmarke hat noch immer einen hohen Bekanntheitsgrad und passt perfekt zu uns.“ In der Tat sprechen Marketing-Experten heute noch immer von einem Bekanntheitsgrad des Deinhard-Sekts von rund 70 Prozent in der deutschen Bevölkerung. Und das, obwohl der Slogan vor Jahren schon abgeschafft wurde. Und so sehen die Moselaner mit der Sektmarke „Potenzial für uns“, sagt Sprecherin Barg. Zwar gebe es über die Mertes-Marke „Käfer“ bereits einen Secco aus eigener Produktion, „doch eine alleinstehende Sektmarke wie Deinhard hat uns noch gefehlt“.

Noch sei es zu früh, über Details zu sprechen, zumal der Deinhard-Kauf erst zum 1. September erfolgt sei und die rund 350 Mertes-Mitarbeiter erst vor wenigen Tagen informiert worden seien. „Doch wir sehen Kapazitäten zur Ausweitung unseres Geschäfts und sehen keinen Anlass, an irgendeiner Stelle das Geschäft zu konsolidieren“, sagt Barg. Peter Mertes plant demnach, als größte deutsche Weinkellerei, den Markt noch weiter auszubauen. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert. „Dank unseres Fokus’ auf dem Lebensmitteleinzelhandel ist unser Geschäft in diesem Jahr aufrechterhalten geblieben. Wir sind zufrieden und können bislang keine Rückgänge verzeichnen“, sagt die Mertes-Sprecherin. Denn während viele Wirtschaftszweige brach lagen, hat das Geschäft in den deutschen Supermärkten gebrummt. Weltweit rechnen Branchenkenner dennoch mit einem Konsumrückgang beim Schaumwein in diesem Jahr um 15 Prozent, weil vor allem in südlichen Ländern Sekt, Cava und Schaumwein in der Gastronomie getrunken wird, die durch den wochenlangen Lockdown stark geschädigt ist.