| 09:44 Uhr

Düsseldorf
NRW-Kandidatin für Kohle-Kommission steht fest

Düsseldorf. Ursula Heinen-Esser soll das Land künftig vertreten. Michael Bröcker und Antje Höning

Ursula Heinen-Esser soll das Land künftig vertreten.

Die frühere Staatssekretärin im Umweltministerium, Ursula Heinen-Esser, soll als dritte Vorsitzende die Interessen des Landes NRW in der Kohle-Kommission vertreten. Das erfuhr unsere Redaktion aus Regierungskreisen. Die Kölner CDU-Politikerin war zwischen 2009 und 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und Vorsitzende der Endlager-Kommission. Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Neben Heinen-Esser sollen der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), sowie der frühere sächsische Regierungschef Stranislaw Tillich (CDU) die Kommission leiten. Das Bundeskabinett will die Personalie bei seiner nächsten Sitzung beschließen.

Aufgabe der Kommission wird sein, den Ausstieg aus der Kohleverstromung zu regeln, damit die ambitionierten deutschen Klimaschutzziele erfüllt werden können. "Wir werden eine Kommission ,Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffenen Ländern und Regionen einsetzen", heißt es im Koalitionsvertrag.

Das Gremium soll demnach "einen Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums und der notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen" erarbeiten. Außerdem soll sich das Gremium um "die finanzielle Absicherung für den notwendigen Strukturwandel in den betroffenen Regionen und einen Fonds für Strukturwandel aus Mitteln des Bundes" kümmern. Auch Michael Vassiliadis von der Gewerkschaft IG BCE wird Mitglied der Kommission sein.

Die Regionen - das sind vor allem das rheinische Braunkohle-Revier und die Lausitz. Bei der Verstromung von Braunkohle entsteht besonders viel Kohlendioxid. RWE ist der größte CO2-Emittent in Europa. Bislang geht RWE davon aus, bis Mitte des Jahrhunderts Braunkohle im rheinischen Revier abbauen zu können. Die rot-grüne Regierung von Hannelore Kraft hatte zwar die Abbaumenge begrenzt, aber kein Ausstiegsdatum gesetzt.