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Klage über Biosprit aus Soja
Produzenten von Biodiesel klagen über Billigimporte

Ein blühendes Rapsfeld in Brandenburg. Die Produzenten von Biodiesel klagen über Billigimporte. Foto: Patrick Pleul
Ein blühendes Rapsfeld in Brandenburg. Die Produzenten von Biodiesel klagen über Billigimporte. Foto: Patrick Pleul FOTO: Patrick Pleul
Berlin. In Deutschland wird die Produktion von Biodiesel zurückgefahren. Die Hersteller reagieren damit nach Angaben ihres Verbandes auf steigende Billigimporte aus Argentinien. dpa

Durch die staatliche Förderung sei argentinischer Biodiesel aus Soja etwa 70 Dollar (57 Euro) pro Tonne billiger als hierzulande aus Raps produzierter Diesel, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann. Drei Anlagen in Deutschland hätten die Produktion schon verringert oder ganz gestoppt.

Biodiesel wird vor allem dem an den Tankstellen verkauften Diesel beigemischt. Die Mineralölkonzerne können damit die staatlichen Vorgaben für die Reduzierung von Treibhausgasen erfüllen. Im vergangenen Jahr waren von den rund 38,6 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff, die in Deutschland verkauft wurden, etwa 2,2 Millionen Tonnen Biodiesel.

Die EU sei zum Ausweichmarkt geworden, seit die USA Biodiesel aus Argentinien mit hohen Schutzzöllen belegt hätten. Zwar habe die EU-Kommission ein Antisubventionsverfahren eingeleitet, sagte Baumann. Das dauere aber zu lange, um dauerhafte Schäden zu verhindern. „Wenn die deutsche Biodieselindustrie in die Knie geht, bedeutet das auch massive Verluste für Ölmühlen und Landwirte in ganz Deutschland“, warnte Baumann. Deshalb seien kurzfristige Schutzmaßnahmen der Politik erforderlich.

Branchenangaben zufolge wird auf etwa 11 Prozent der Ackerflächen in Deutschland Raps angebaut, der aber nicht nur in die Produktion von Biosprit geht. Die Produktionskürzungen bei den deutschen Biodieselproduzenten führten bereits jetzt zu einem Rückgang der Nachfrage um etwa 15 Prozent, hieß es beim Agrarverband UFOP.

Biodiesel wird allerdings nicht allein aus Raps hergestellt. Nach VDB-Angaben waren 2016 Raps und Abfälle, darunter Frittierfett, zu jeweils rund 43 Prozent der Grundstoff. Der Rest entfiel auf Palmöl, das aber nach dem Willen des EU-Parlaments aus Autotanks verbannt werden soll. Weil Anbauflächen für die Lebensmittelproduktion wegfallen, ist Biosprit insgesamt umstritten.

Die Produzenten NEW im nordrhein-westfälischen Marl und Bunge in Mannheim haben ihre Produktion nach eigenen Angaben auf die Hälfte zurückgefahren. Der amerikanische Konzern ADM hat nach Angaben des Branchenverbands VDB die Produktion in seinem Werk in Mainz vorübergehend sogar ganz gestoppt.