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Resistente Bakterien, Leukämie, Herzinfarkt - Großlabor Synlab zieht um

Medizin : Bakterien, Leukämie, Herzinfarkt - Großlabor Synlab zieht in neues Domizil

Das Großlabor Synlab erstellt täglich mehr als 20.000 Analysen für Ärzte und Trierer Kliniken.

Wer eine Probe von Blut, Urin und Stuhl abgibt, geht zum Arzt oder liegt bereits im Krankenhaus. Ein nahezu alltäglicher Vorgang. Was dann jedoch damit passiert, wissen nur die wenigsten. In der Region Trier kommt dabei häufig das Laboranalyse-Unternehmen Synlab MVZ ins Spiel, das als Teil der Synlab Holding Deutschland täglich mehr als 20 000 Einzelanalysen durchführen kann.

Ziel: ein sicheres Ergebnis für Arzt und Patient über den Gesundheitszustand, und dieses so schnell wie möglich. Denn mitunter entscheidet das Ergebnis im Ernstfall über Leben und Tod.

Nun ist das Unternehmen samt Labor, Technik und 120 Mitarbeitern – darunter sieben Ärzte, Biologen und medizinisch-technische Assistenten – in ein neues Domizil gezogen. Damit kann das Labor-Unternehmen auf nun 2400 Quadratmetern nicht nur ein größeres Spektrum an Untersuchungsverfahren anbieten, sondern auch noch schneller und präziser Diagnosen treffen.

Dafür hat Synlab MVZ mehrere Millionen Euro in den Trierer Standort investiert. „Die Tendenz in Deutschland geht eindeutig dahin, wenige Großlabore im Land zu etablieren. Mit diesem neuen Labor haben wir die Entscheidung klar für den Standort in Trier und für die Region getroffen“, sagt Dr. Thomas Voitz, ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Zusätzlich zum neuen Standort in der Feldstraße hat Synlab in unmittelbarer Nähe auch ein eigenes Labor im Mutterhaus in Trier.

Ob Verdacht auf Herzinfarkt, Lungenentzündung oder Noroviren-Übertragung – in der Krankenhausmedizin ist das Labor inzwischen zu zwei Dritteln an allen Diagnosen im Trierer Mutterhaus beteiligt.

Darüber hinaus leistet das Unternehmen als Experte für Labordiagnostik und Mikrobiologie solche Spezialuntersuchungen auch für die übrigen Kliniken in der Region Trier und sogar bis ins Saarland, nach Luxemburg und bis nach Frankfurt in Hessen. „Die Labormedizin ist in vielen Fällen eine von mehreren wichtigen Grundlagen, eine gute Diagnostik zu betreiben“, sagt Elisabeth Schneider, Geschäftsleiterin des Synlab MVZ in Trier. Und dies könne man an 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr gewährleisten.

Mit der Erweiterung der Geräte lässt sich nun etwa eine Lungenentzündung schneller erkennen, ebenso eine im Herbst und Winter wieder verstärkt auftretende Grippe (Influenza). „Statt an einem Tag werden wir bestimmte Ergebnisse bereits nach wenigen Stunden vermelden können“, sagt Mikrobiologe und Hygieniker Dr. Ernst Kühnen. Er hatte das Labor bereits 1995 mitgegründet, bevor es 2010 zu Synlab MVZ wurde. Kühnens Schwerpunkt ist die Beratung bei gehäuftem Auftreten resistenter Bakterien, Therapie mit Antibiotika bei schwierigen Infektsituationen sowie die komplexe Krankenhaushygiene.

Was das Trierer Labor von seinen Partner-Häusern in Deutschland unterscheidet, ist der Schwerpunkt Analytik und die deutschlandweit seltene Leukämie-Diagnostik. Allein das Auffinden von verschiedenen Formen von Blutkrebs gleicht dabei einem Suchen einer Stecknadel im Heuhaufen. „Weil sich die Molekularbiologie ständig verbessert, können wir nun einem Arzt sehr viel schneller raten, einen Patienten zu isolieren, um ihn vor Infektionen und Übertragungen besser zu schützen“, sagt Dr. Thomas Voitz.

Neben der Klientel von Hunderten von Ärzten sieht Synlab MVZ aber auch den Patienten selbst als Kunden der Zukunft. „Wir wollen künftig verstärkt als privater Dienstleister unsere Kompetenzen anbieten“, sagt Geschäftsleiterin Schneider.

Denn von der genetischen Beratung und der Fahrtüchtigkeitsprüfung über die Reisemedizin bis hin zum HIV-Test kommen Patienten im Alltag immer wieder mit die labortechnischen Dienstleistungen in Kontakt – über die sie auch in diesem Fall so schnell wie möglich Auskunft haben möchten, auch wenn es dann nur selten um Leben und Tod geht.