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| 08:22 Uhr

Essen
RWE warnt Innogy vor Teilverkäufen

Essen. Ein schrumpfendes Unternehmen sei nicht im Interesse aller Beteiligten, betont der Innogy-Großaktionär. mit Blick auf den Verkauf an Eon. RWE selbst hat im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

Ein schrumpfendes Unternehmen sei nicht im Interesse aller Beteiligten, betont der Innogy-Großaktionär mit Blick auf den Verkauf an Eon. RWE selbst hat im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

Der Energiekonzern RWE hat seine vor der Zerschlagung stehende Tochter Innogy vor dem Verkauf von Unternehmensteilen gewarnt. Durch den Deal mit Eon sollten zwei schlagkräftige Unternehmen "mit maximaler Größe" entstehen, sagte RWE-Finanzvorstand Markus Krebber bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2018. Deshalb sei es nicht im Interesse von RWE und des künftigen Anteilseigners Eon, wenn jetzt Teile der Innogy-Geschäfte verkauft würden. Ein schrumpfendes Unternehmen sei auch nicht im Sinne der Mitarbeiter, so Krebber.

RWE und der bisherige Konkurrent Eon wollen Innogy unter sich aufteilen. Dazu will Eon im ersten Schritt von RWE knapp 77 Prozent der Innogy-Anteile übernehmen. Nach umfangreichem Tausch von Geschäftsaktivitäten will Eon sich ganz auf die Energienetze und das Endkundengeschäft konzentrieren. RWE würde zu einem reinen Stromproduzenten aus konventionellen und erneuerbaren Energien. "Wir sind zuversichtlich, die gesamte Transaktion bis Ende 2019 abschließen zu können", betonte der Versorger. Mit den Kartell-Behörden führe das Unternehmen bereits Vorgespräche.

Hintergrund der Äußerungen von Krebber ist das Interesse eines Investors am lukrativen tschechischen Gasnetz von Innogy sowie an anderen Geschäftsaktivitäten. RWE sei gegenüber Innogy zwar nicht weisungsbefugt, Vorstand und Aufsichtsrat müssten bei ihren Entscheidungen aber "ganz besonders" die Interessen des Großaktionärs berücksichtigen, forderte der Finanzvorstand. Er glaube aber, dass "gar keine kritischen Entscheidungspunkte auf uns zukommen". Innogy-Chef Uwe Tigges hatte am Montag zu einem möglichen Verkauf des Geschäfts in Tschechien gesagt: "Wir agieren im Sinne des Unternehmensinteresses und werden natürlich auch die Interessen des Hauptaktionärs berücksichtigen."

In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist bei RWE der Gewinn gesunken. Unter dem Strich verdiente RWE mit 620 Millionen Euro mehr als ein Drittel weniger als im ersten Quartal 2017. Hauptgrund sind nach Angaben von Krebber die niedrigen Großhandelspreise für Strom. Pro Megawattstunde Strom aus Braunkohle und Kernenergie werde RWE in diesem Jahr 28 Euro erlösen, im vergangenen Jahr seien es noch 31 Euro gewesen. Die Talsohle beim Strompreis sei aber erreicht, meint Krebber. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Quartal um gut elf Prozent auf 1,89 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen mit.

Mit der Stromerzeugung aus Braunkohle und Kernenergie verdiente der Versorger im Auftaktquartal ein bereinigtes Ebitda von 180 Millionen Euro - 33 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn der Gas- und Steinkohlekraftwerke schrumpfte auf 159 Millionen Euro von 167 Millionen.

Im Energiehandel fuhren die Essener sogar einen Verlust von etwa 24 Millionen Euro ein. Allerdings ist das Geschäft allein schon wegen der wechselnden Wetterbedingungen stark schwankend. Für das Geschäftsjahr bestätigte der Versorger daher auch die Ergebnisprognose und den Ausblick für die Dividende. Die Aktie reagierte entsprechend kaum auf die neuen Nachrichten aus Essen. Der Kurs der RWE-Aktie stieg um knapp 0,5 Prozent - ebenso wie der Preis für das Innogy-Papier.

(dpa/rtr)