Trierer Wirtschaftspsychologen testen Zufriedenheit von Handwerkern.

Forschung : Handwerk testet, wie zufrieden die Mitarbeiter sind

Trierer Wirtschaftspsychologen erforschen Betriebe.

() 250 000 Stellen sind im Handwerk nach einer Einschätzung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks deutschlandweit unbesetzt. Angesichts dieses Fachkräftemangels ist es umso wichtiger, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Wirtschaftspsychologen der Universität Trier haben hierzu ein praxistaugliches Instrument entwickelt, das die Zufriedenheit von Mitarbeitern ermittelt. Derzeit läuft in Betrieben aller vier rheinland-pfälzischen Handwerkskammern (HWK) ein Praxistest. Die Erfahrungen sind bislang vielversprechend.

Mit Hilfe von „MotivSORT“, so der Projekttitel, lassen sich Mitarbeitergespräche einfach strukturieren. Die zentrale Frage, die dabei geklärt werden soll: Was ist dem Mitarbeiter in seinem Beruf wichtig? Schließlich sind die Zufriedenheit und die Erfüllung seiner beruflichen Erwartungen maßgeblich für die Bindung an das Unternehmen – oder eben auch für Kündigungsabsichten.

„Am Ende des Gesprächs lässt sich ablesen, wie die Motive des Mitarbeiters und die Gegebenheiten im Betrieb zusammenpassen“, erklärt Christian Jaster. Er hat MotivSORT in seiner Masterarbeit an der Universität Trier bei Professor Thomas Ellwart entwickelt und dafür den Ökonomiepreis der Handwerkskammer Trier erhalten.

Schon das Gespräch selbst stellt für den Mitarbeiter eine Wertschätzung dar. Der Führungskraft wird damit eine Grundlage bereitgestellt um zu prüfen, ob und wo Diskrepanzen zwischen Mitarbeiter-Erwartungen und Betriebsalltag ausgeglichen werden können.

Welche konkreten Maßnahmen in der Firma zu ergreifen sind, überlässt Jaster den Führungskräften. „Generelle Empfehlungen auszusprechen, ist schwierig. Die Umsetzungsmöglichkeiten sind in den Betrieben sehr unterschiedlich. Häufig haben die Betroffenen aber schnell eine Lösung parat. In vielen Fällen helfen bereits einfache Mittel.“

Die Sorge vieler Betriebsinhaber, dass die Gespräche stets in höhere Lohnforderungen münden, kann Christian Jaster den Chefs ebenfalls nehmen. „Das Thema Verdienst rangierte bei bisherigen Befragungen eher im mittleren Bereich. Sehr wichtig ist den Mitarbeitern hingegen eine hohe Kollegialität sowie regelmäßiges Feedback durch die Vorgesetzten.“

Zur Gestaltung der rund 15- bis 20-minütigen Gespräche haben die Trierer Wissenschaftler eine praktische Box entwickelt. Auf den darin enthaltenen Karten sind berufliche Motive wie Arbeitsweg, familiäre Atmosphäre oder abwechslungsreiche Tätigkeit gedruckt. Indem sie diese Karten auf einer Vorlage an unterschiedlichen Stellen platzieren, legen die Mitarbeiter fest, wie wichtig ihnen der jeweilige Aspekt ist.

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