Umdenken in der Landwirtschaft

Hitzeperioden und Dürren : Umdenken in der Landwirtschaft

Hitzeperioden, wie sie 2018 ganz Europa im Griff hatten, sind eine unangenehme Angelegenheit, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Landwirtschaft. Denn die meisten Anbaufrüchte benötigen moderate Temperaturen und vor allem ausreichend Wasser.

Nach Meinung einiger Wissenschaftler könnten Hitzeperioden und Dürren in den kommenden Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit auftreten. Hiobsbotschaften für die, die vom Anbau auf den Feldern leben. Es muss ein Umdenken stattfinden, damit auch in der Zukunft Felder bestellt werden können und die Landwirtschaft hierzulande nicht eingeht, wie etwa der Mais im vergangenen Jahr.

Angepasste Anbaufrüchte

Weizen, Mais und Gerste sind am häufigsten auf deutschen Feldern anzutreffen. Das ist der Brot- und Bierkultur geschuldet. Immer häufiger landen Anbaufrüchte, etwa Mais und Raps, aber auch in Treibstoffen. Die Anbaufläche für diese Pflanzen ist enorm gestiegen. Eines haben Weizen, Mais, Gerste und viele andere Feldfrüchte aber gemeinsam: Sie sind recht anspruchsvoll. Der Weizen etwa benötigt schwere, nährstoffreiche Böden, wie etwa Schwarzerde, die zudem viel Wasser anreichern können. Ähnliches gilt auch für den Mais, der zudem keine tiefen Wurzeln ausbildet. Wasser in den oberen Bodenschichten ist also sehr wichtig und dafür braucht es Regen.

Angepasste Feldfrüchte entstehen entweder im Labor durch Gentechnik oder sind schon seit hunderten von Jahren bekannt. Wie etwa der Nutzhanf. Aufgrund des THC-Verbots ist der Hanf weitestgehend von den Feldern verschwunden.

"Agrarwirtschafter benötigen für den Cannabis-Anbau eine spezielle Genehmigung", so Thomas Harmeier. Die Samen dürfen "nicht mehr als 0,2 % THC-Gehalt aufweisen" berichtet der Cannadoc.net-Redakteur weiter, wodurch letztlich nur "etwa 50 Cannabis-Sorten in Deutschland zugelassen" sind.

Doch die Pflanze zeichnet sich durch ihre geringen Ansprüche aus. Selbst auf nährstoffarmen Böden kommt der Hanf gut zurecht. Selbst Trockenheit über längere Zeiträume überstehen die Pflanzen unbeschädigt. Als Feldfrucht der Zukunft ist der Hanf auf jeden Fall im Spiel. Aus ihm lassen sich Öle, Fasern und Mehle herstellen, teils auch medizinische Produkte, wie im Fall des CBDs. Darüber können Sie sich im CBD360 Magazin ausführlich informieren.

Chemie auf dem Felde

Ohne Chemie auf dem Feld geht heute wenig. Als Anfang des 20. Jahrhunderts das Haber-Bosch-Verfahren zur Gewinnung vom Ammoniak entwickelt wurde, entstand auch eine riesige Industrie zur Düngemittelproduktion, die aus dem Ammoniak wertvolle Stickstoffdünger herstellten. Daneben wird auch Phosphor benötigt, der in Form von Phosphaten auf die Felder gebracht wird. Doch der Phosphor wird immer knapper. Denn anders als Stickstoff kann er nicht einfach in einem Zyklus zurückgewonnen werden. Einmal ausgebracht ist der Phosphor verloren. Auch in dieser Hinsicht muss also ein Umdenken stattfinden, denn für das Leben ist Phosphor unabdinglich. Nachhaltigere Landwirtschaft mit weniger Kunstdünger ist angesagt.

Dazu muss ein generelles Umdenken stattfinden. Denn als Konsumenten bestimmen wir mit, was um uns herum geschieht. Mehr lokale Versorgung, mehr Nachhaltigkeitsbewusstsein und weniger Verschwendung sind die Schlüssel für eine ökologische Landwirtschaft, die besser mit den vorhandenen Ressourcen umgehen kann. Das bedeutet zwar oft geringere Erträge, doch Nachhaltigkeit muss einen Preis haben. Zu diesem Preis gehört es auch auf Pestizide zu verzichten oder ihren Einsatz zumindest zu limitieren. Insekten sind wichtige Organismen, die einen komplexe Nahrungskette bedienen. Bleiben die Insekten aus, hat das auch Folgen für uns. Besser ist es statt der Chemiecocktails auf robustere Pflanzen zu setzen, die nicht so leicht angegriffen werden können.

Im Einklang mit der Natur

Den Menschen und sein Handeln in Einklang mit der Natur zu bringen ist keineswegs nur Gegenstand fernöstlicher Philosophien, sondern zentrales Element zukunftsorientierter Landwirtschaft. Denn die Landwirtschaft muss sich wieder mehr als Teil eines natürlichen Systems sehen und nicht einer Maschinerie zur Gewinnmaximierung. Landwirtschaft dient in erster Linie der Ernährung der Bevölkerung. So viel wie nötig, muss das Motto sein. Die Agrarbranche muss die Natur mit einbeziehen, auch zu ihrem eigenen Wohl. Ein Beispiel sind Grünstreifen. Die sind nicht nur Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleingetier, sondern dienen auch als Erosionsschutz. Kleine Maßnahmen zeigen bereits große Wirkung. Wie wird es wohl aussehen, wenn man auf große Schritte übergeht?

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