Börse in Frankfurt: Wall Street und schwacher Euro stützen Dax

Börse in Frankfurt : Wall Street und schwacher Euro stützen Dax

Der Dax hat sich nach der jüngsten Rally am Dienstag lange Zeit kraftlos präsentiert, ehe ihm die Gewinne an der Wall Street und der sinkende Eurokurs ins Plus verhalfen. Der deutsche Leitindex schloss 0,11 Prozent höher auf 12.235,51 Punkten.

Mit seinem Tageshoch bei 12.251,81 Punkten im späten Handel hatte das Barometer ein weiteres Jahreshoch markiert. Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg um 0,71 Prozent auf 26.038,47 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50, der Pariser Cac 40 sowie der Londoner FTSE 100 verzeichneten ebenfalls Aufschläge und auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende ein gutes halbes Prozent höher.

Der unter Druck stehende Euro habe dem Dax geholfen, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Nachfrage nach Waren aus der Eurozone kann durch eine schwächere Gemeinschaftswährung angekurbelt werden. Am Dienstagnachmittag war sie zeitweise unter 1,12 US-Dollar gefallen und kostete zuletzt 1,1211 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1245 (Donnerstag: 1,1250) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 0,8893 (0,8889) Euro wert gewesen.

Aktien aus dem Gesundheits- und Medizintechniksektor schoben sich sowohl im Dax als auch im MDax auf die vordersten Plätze. Der entsprechende europäische Sektor war mit einem Plus von 1,42 Prozent der zweitbeste der Stoxx-600-Branchenübersicht. Im Dax waren Fresenius SE der stärkste Wert mit plus 2,91 Prozent. Im MDax eroberten die Anteile des Laborausrüsters Sartorius mit plus 5,1 Prozent die Spitze.

Im Dax drehten zudem die Aktien von Wirecard nach anfänglichen Verluste von mehr als 8 Prozent ins Plus, um den Tag als zweitbester Indexwert mit plus 2,83 Prozent zu beenden. Die Finanzaufsicht Bafin hatte am Donnerstagabend ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen zeitweilig befürchtete illegale Attacken von Börsenspekulanten auf den Zahlungsabwickler beendet. Dies schadete den Papieren nach Ostern nicht nachhaltig.

Gemieden wurden die Aktien der Stahlhersteller Thyssenkrupp und Salzgitter, die rund 4 beziehungsweise 1,68 Prozent verloren. Angesichts des globalen Preisdrucks hatte sich das Analysehaus Jefferies skeptisch zu der Branche geäußert.

Die Lufthansa-Anteile gaben unter dem Eindruck der Anschlagsserie in Sri Lanka und der gestiegenen Ölpreise nach den von den USA verhängten Iran-Sanktionen um 2,04 Prozent nach. Damit waren sie nach Thyssenkrupp der zweitschwächste Dax-Vertreter.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,03 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,12 Prozent auf 164,93 Punkte nach.

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