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Wie Corona die Wirtschaft in der Region trifft

Gesundheit : Die Wirtschaft in der Region bangt wegen des Virus

Vereinzelt gibt es bereits Auswirkungen aufgrund der Corona-Ausbreitung. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister trifft sich mit Unternehmern.

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt nicht nur Mediziner und Krankenhäuser vor Herausforderungen. Auch der Wirtschaft macht Covid-19, wie das Virus offiziell heißt, zu schaffen. Nach Angaben der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) könnte die Corona-Ausbreitung beispielsweise für die Industrie in Rheinland-Pfalz negative Folgen haben. Schlimmstenfalls könne es zu Produktionsausfällen kommen. Auch könnten Unternehmen Märkte verlieren. Die LVU fordert von der Bundesregierung Unterstützung für die Unternehmen. Es müsse für die Betriebe kurzfristig einen erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld geben, auch seien Entlastungen bei Steuern, Sozialabgaben und Energiekosten zwingend notwendig.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing hat gestern angekündigt, sich kommenden Dienstag mit Vertretern der Wirtschaft des Landes zu treffen, um über die Auswirkungen der Corona-Infektionen zu sprechen. „Wir werden die Unternehmen und deren Beschäftigte nicht im Stich lassen“, sagte der Minister, der betonte: „Es besteht kein Grund zur Panik, wir sollten aber auch nicht einfach zusehen, dass die Verunsicherung im Zusammenhang mit den Corona-Infektionen auf die Wirtschaft und damit auf die Arbeitsplätze durchschlägt.“ Wegen der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Auswirkungen des neuen Coronavirus hat die US-Notenbank gestern ihren Leitzins überraschend um einen halben Prozentpunkt gesenkt.

Auch in der Region Trier blicken Unternehmen besorgt auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit Corona. Derzeit seien noch keine Auswirkungen sichtbar, sagt Sebastian Klipp, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. Die Region Trier profitiere von einer vergleichsweise geringen Exportquote. Vereinzelt gebe es aber Meldungen von Unternehmen, die von gestörten Lieferketten betroffen seien.

Eines dieser Unternehmen ist der Schaltanlagenhersteller Natus in Trier. Einige Lieferanten hätten Probleme, Teile für die Produktion zu liefern, da Komponenten dafür aus China stammen, sagte Firmenchef Frank Natus unserer Zeitung. In China liegen noch immer weiter Teile der Wirtschaft lahm, nachdem dort nach dem Ausbruch des Virus ganze Regionen unter Quarantäne gestellt worden sind. Davon betroffen war auch die chinesische Natus-Tochterfirma. Dort sei über drei Wochen lang die Produktion ausgefallen, weil ein Großteil der Mitarbeiter nicht zur Arbeit habe kommen können, so Natus. Erst langsam laufe die Arbeit in dem Werk wieder an. Er rechnet damit, dass sich der Produktionsausfall negativ auf die Zahlen des Gesamtunternehmens auswirken wird.

Im Trierer Stammsitz seien die Corona-Auswirkungen derzeit noch „überschaubar“. Gravierend könnte es werden, wenn es eine Infektion eines Mitarbeiters gebe und dann möglicherweise Teile oder das gesamte Unternehmen zunächst einmal geschlossen werden müsse. Um die Mitarbeiter zu schützen, werde man vorerst nicht auf größere Messen fahren und Dienstreisen würden nur mit dem Auto angetreten.

Die regionale Konjunktur reagiere in aller Regel abgeschwächt auf weltwirtschaftliche Unruhen, sagt IHK-Sprecher Klipp. „Inwiefern die regionale Wirtschaft betroffen sein wird, hängt in hohem Maße von der weiteren Verbreitung und den dann gegebenenfalls getroffenen Maßnahmen ab.“ Um zu verhindern, dass es zu Infektionen von Mitarbeitern kommt, sollten, so die Empfehlung der IHK, Dienstreisen in gefährdete Regionen vorsorglich abgesagt werden. Gleichzeitig sei es ratsam, verschärfte Hygienemaßnahmen einzuführen und beispielsweise auf die Begrüßung per Handschlag vorerst zu verzichten. Solange es im Unternehmen keine infizierte Person gebe, bestehe kein Grund, den Betrieb einzuschränken oder zu schließen und Mitarbeiter freizustellen.