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Wie zwei Traditionsfirmen aus der Region für Desinfektionsmittel sorgen

Getränke : Desinfektionsmittel dank alkoholfreier Getränke

Alkoholfreies Bier und alkoholfreier Sekt gewinnen an Beliebtheit. Wie das in der Corona-Krise helfen kann und wie sich zwei Großunternehmen auf die Herausforderung einstellen, zeigt eine Umfrage bei der Bitburger Brauerei und bei Schloss Wachenheim in Trier.

Die Wirtschaft steht in der Corona-Krise besonders unter Druck. Doch auch in diesen Zeiten helfen einige Unternehmen, große wie kleine, und viele Privatpersonen mit uneigennützigem Verhalten. Während deutschlandweit Desinfektionsmittel knapp wird, können zwei große Getränke-Unternehmen aushelfen. Der TV hat hat bei der Bitburger Braugruppe und Schloss Wachenheim nachgefragt. Beide spenden in großem Stil Ethanol zur Produktion von Desinfektionsmitteln.

Axel Dahm, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe: „Als Familienunternehmen ist es uns ein wichtiges Anliegen, uns in dieser für uns alle angespannten und herausfordernden Zeit solidarisch zu zeigen. Wir versuchen, da wo es uns möglich ist, zu helfen.“ Beispielsweise spendet die Bitburger Brauerei das Ethanol, das bei der Entalkoholisierung für das Bitburger 0,0% anfällt, für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. Bit-Chef Axel Dahm weiter: „Der erste Tanklastwagen mit Ethanol hat sich bereits vergangene Woche auf dem Weg zu unserem Lieferanten Calvatis gemacht, der daraus Desinfektionsmittel produziert. Gemeinsam möchten wir damit beispielsweise Krankenhäuser und Katastrophenschutzzentren unterstützen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere Maßnahmen, bei denen wir immer wieder spontan mit unserem Know-how und unseren vorhandenen Mitteln unter die Arme greifen.“ In der Brauereigruppe wird auch an anderen Standorten so verfahren. Dem ersten Tanklastwagen aus Bitburg werden weitere folgen.

Und auch bei Schloss Wachenheim ist die Ethanol-Spendenaktion still angelaufen. Dr. Gudrun Fischer von der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz: „In der Stadt Trier läuft aktuell eine große Aktion, die die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz organisiert hat, und die möglich wurde, weil die Sektkellerei Wachenheim Alkohol – gemeint ist: reiner Ethanol – zur Verfügung stellt, der zur Herstellung von Desinfektionsmitteln in Apotheken geeignet ist.“

Die Schloss Wachenheim AG entalkoholisiert jährlich rund 10 Millionen Liter Wein zur Herstellung alkoholfreier Produkte wie zum Beispiel der Marke LIGHT live. Durch diese Entalkoholisierung entsteht Weindestillat (Ethanol).

Der alkoholfreie Sekt LigthLive von Schloss Wachenheim Foto: Schloss Wachenheim

Auf TV-Anfrage erklärt das Unternehmen: Auch bei dem Trierer Sektproduzenten Schloss Wachenheim AG hat man aufgrund der Corona-Krise natürlich den dringenden Bedarf an Desinfektionsmitteln beziehungsweise Industriealkohol zur Herstellung dieser Desinfektionsmittel wahrgenommen. „Zwar hat unser Weindestillat nur einen Alkoholgehalt von 82% Vol. und damit 14% Vol. weniger, als Industriealkohol oder andere Destillate, dennoch hatten wir die Hoffnung, dass unser Produkt auch für die Herstellung von Desinfektionsmitteln geeignet ist.“ so Vorstandssprecher Oliver Gloden.